Lángos (Langosch) – frittierter, belegter Teigfladen
Um was geht es?
Wenn etwas „typisch ungarisch“ ist, dann ist es der mit Tejfől und Käse belegte, frittierte Teigfladen, den Du nahezu an jeder Straßenecke bekommst. Er gehört für viele Ungarn als sättigender „Snack für zwischendurch“ einfach dazu.
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Unsere Serie „Ungarns kulinarische Seele“ entstand aus der Idee wirklich tiefgründige Informationen zu den traditionellen Herstellungsweisen von ungarischen Gerichten zu veröffentlichen. Der Artikel zum diesem Gericht ist unter Rezeptur im Detail: Lángos zu finden.
Beschreibung und Herkunft
Herkunft und Verbreitung
Lángos! Das ist sowas wie ein Fladenbrot aus Hefeteig, das in heißem Fett frittiert wird, bis es außen schön knusprig und innen fluffig ist. Der Name kommt wohl daher, dass der Teig früher über offenem Feuer gebacken wurde – „láng“ heißt nämlich „Flamme“ auf Ungarisch.
Woher genau das Lángos stammt, weiß keiner so richtig. Wahrscheinlich kam es irgendwann im 19. Jahrhundert zur Zeit von Österreich-Ungarn auf. Damals war es oft ein günstiges Essen für Arbeiter und wurde viel auf Märkten verkauft. Heute ist Lángos der absolute Streetfood-Klassiker in Ungarn und auch in Österreich, Tschechien und der Slowakei sehr beliebt.
An fast jeder Straßenecke
Traditionell wird Lángos mit Knoblauchcreme, Tejfől (eine Art besonderer Sauerrahm), geriebenem Käse, Speckwürfeln und Schnittlauch oder Frühlingszwiebeln belegt. Aber es gibt auch echt viele andere Varianten, ob herzhaft mit Letscho, Leberwurst oder Sauerkraut oder süß mit Puderzucker und Marmelade – da ist für jeden Geschmack was dabei!
Lángos kriegst du an vielen Ständen auf Märkten oder in der Stadt. Aber pass auf, es gibt echt krasse Unterschiede im Geschmack! Am besten fragst du Einheimische, wo es den besten Lángos gibt. Die wissen Bescheid.
Der frittierte Teigfladen ist jedoch nicht nur in Ungarn, sondern weltweit ein Hit! Auf internationalen Food-Festivals verdrehen die Leute schon nach dem ersten Bissen die Augen und kapieren, warum das Zeug so gehyped wird.
Das Rezept
Aber Lángos ist nicht nur irgendein Imbiss, es hat in Ungarn eine richtige kulturelle Bedeutung. Die Legende sagt, dass es das Gericht schon im 14. Jahrhundert gab und von den nomadischen Magyaren ins Land gebracht wurde. Das Grundrezept ist eigentlich total simpel: Mehl, Wasser, Hefe und eine Prise Salz. Aber genau in der Einfachheit liegt das Besondere. Der Teig will mit Gefühl von Hand geknetet werden, dann wird er schnell in heißem Fett ausgebacken. Ergebnis? Ein knuspriges Fladenbrot mit fluffigem Inneren, das man mit allen möglichen Toppings aufpeppen kann.
Klar kannst du Lángos auch easy selbst zu Hause machen. Ist ein Riesenspaß für die ganze Familie! Wenn du den perfekten Grundteig hast, kannst du mit den Toppings voll experimentieren: Scharfe Wurst? Frische Tomaten? Oder wie wär’s mit Ananas? Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
Übrigens eignet sich Lángos auch super als Partyfood, zum Beispiel an Weihnachten oder Silvester. Da kannst du auch mal eine süße Variante mit Honig, Senf und Früchten oder Schokosauce machen. Weil es so vielseitig ist, findet jeder sein Lieblings-Lángos!
Die Perfektion der Herstellung
Aber Vorsicht: Für das perfekte Lángos brauchst du nicht nur gute Zutaten, sondern auch die richtige Technik. Die Konsistenz des Teigs, die Frittierdauer und -temperatur, all das beeinflusst das Ergebnis. Ein Anfängerfehler ist zum Beispiel, das Lángos in zu viel Öl zu backen. Dann wird es fettig und schwer. Das Öl sollte heiß sein, aber nicht rauchen.
So, jetzt weißt du hoffentlich, was das Lángos so besonders macht. Wer’s einmal probiert hat, wird den Geschmack nie vergessen! Es ist einfach und raffiniert zugleich und lässt sich durch die verschiedenen Beläge immer wieder neu erfinden. Auch wenn du kein Profikoch bist, ist es das Abenteuer wert, sich an Lángos zu versuchen. Das Ergebnis wird dich garantiert umhauen!
Eine Rezeptidee und ein paar Tipps von unseren Lesern
Zutaten für 8 Lángos
Für den Teig:
500 g Mehl
20 g frische Hefe (oder 1 Päckchen Trockenhefe)
250 ml lauwarmes Wasser
50 ml Milch
1 TL Zucker
1 TL Salz
2 EL Öl
Für den klassischen Belag:
200 g Tejfől (eine Art Schmand)
2-3 Knoblauchzehen
Salz und Pfeffer
100 g geriebener Käse (z.B. Gouda)
4 Frühlingszwiebeln
100 g Speckwürfel
Öl zum Frittieren
Zubereitung
Für den Teig das Mehl in eine Schüssel sieben. In der Mitte eine Mulde formen. Hefe hineinbröseln und mit etwas Zucker bestreuen. Mit der lauwarmen Milch übergießen und 10 Minuten gehen lassen.
Restliche Zutaten für den Teig und das lauwarme Wasser zugeben. Alles zu einem glatten Teig verkneten. Zugedeckt an einem warmen Ort ca. 45 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.
In der Zwischenzeit für den Belag den Knoblauch schälen und pressen. Mit Schmand, Salz und Pfeffer verrühren. Käse reiben, Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden. Speck in einer Pfanne knusprig auslassen.
Teig auf einer bemehlten Fläche durchkneten und in 8 Portionen teilen. Jede Portion zu einem flachen Fladen von ca. 15 cm Durchmesser auseinanderziehen. Der Rand sollte etwas dicker sein als die Mitte.
Reichlich Öl in einem Topf oder einer Fritteuse auf 175°C erhitzen. Lángos portionsweise goldbraun ausbacken, ca. 2 Minuten pro Seite. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Lángos mit Knoblauchcreme bestreichen und mit Käse, Frühlingszwiebeln und Speck belegen. Sofort heiß servieren.
Nützliche Links
Strandos lángos recept [https://www.youtube.com/watch?v=tm3u8HOGlk0] Die Herstellung von Teig und das Frittieren schön in kurzer Form beschrieben, so dass man es zu Hause einfach nachmachen kann.
Tejföl [‚tɛjføl] ist das ungarische Wort für Sauerrahm oder Schmand, wobei es eine etwas andere Beschaffenheit hat. Tejföl hat typischerweise einen Fettgehalt zwischen 12% und 20% und wird in der ungarischen Küche häufig zum Verfeinern von Suppen, Eintöpfen und Soßen verwendet.
Fokhagyma [‚fokhaɟma] bedeutet auf deutsch Knoblauch. Knoblauch ist ein unverzichtbarer Bestandteil der ungarischen Küche und wird dort gerne zum Würzen von Fleischgerichten, Eintöpfen oder Gemüse verwendet.
Sajt [‚ʃajt] ist das ungarische Wort für Käse.
Szalonna [’salonːa] bezeichnet in Ungarn durchwachsenen Speck. Szalonna wird traditionell über offenem Feuer geröstet und mit Brot, Zwiebeln und Paprika serviert. Es ist auch eine wichtige Zutat für viele ungarische Eintöpfe und Schmorgerichte.
Hagyma [‚haɟma] ist das ungarische Wort für Zwiebel. Zwiebeln bilden zusammen mit Fett und Paprikapulver die Basis für viele klassische ungarische Gerichte.
Liszt [‚list] bedeutet auf deutsch Mehl.
Élesztő [‚eːlɛstøː] ist das ungarische Wort für Hefe.
Olaj [‚olaj] bedeutet auf deutsch Öl, insbesondere Speiseöl. In der ungarischen Küche wird meist Sonnenblumenöl zum Braten und für Salate verwendet.
Weitere Themen aus dieser Serie
Gulyás – die typische ungarische Fleischsuppe | Pörkölt – das würzige Fleischgericht | Paprikás csirke – Hühnchen mit Paprikasoße | Töltött káposzta – gefülltes Kraut | Halászlé – die traditionelle Fischsuppe | Lecsó – das ungarische Ratatouille | Rantott Sajt – panierter Käse | Túrós csusza – Topfenfleckerl mit Speck | Rakott krumpli – Kartoffelauflauf mit Wurst | Töltött paprika – gefüllte Paprika | Somlói galuska – Somlóer Knödel | Dobos torta – die weltberühmte Dobostorte | Kürtőskalács – der allseits beliebte Baumstriezel | Rétes – der ungarische Strudel | Palacsinta – dünne Pfannkuchen