Gulyás – Ungarns berühmtester Eintopf

Meistens ganz anders, als man das in Deutschland kennt und somit unbedingt auch wert probiert zu werden.

Um was geht es?

In diesem Artikel erfährst du alles Wissenswerte über Gulyás – von seiner Herkunft über regionale Varianten bis hin zu einem detaillierten Rezept zum Nachkochen. Tauche ein in die faszinierende Welt der ungarischen Küche und lerne eines ihrer bekanntesten Gerichte kennen.

Markus Messemer

Du möchtest noch mehr Infos zu diesem Rezept?

Unsere Beitragsreihe ‚Ungarns kulinarische Seele‘ verfolgt das Ziel, echtes Fachwissen über die traditionelle Herstellung ungarischer Spezialitäten zu teilen. Wer tiefer in die Materie eintauchen möchte, findet den umfassenden Artikel unter Rezeptur im Detail: Gulyás.

Markus Messemer

Was genau ist Gulyás eigentlich?

Zurecht ein Nationalgericht

Gulyás, auch bekannt als Gulaschsuppe, ist ein traditioneller ungarischer Eintopf aus Rindfleisch, Gemüse und Gewürzen, allen voran Paprika. Der Name leitet sich vom ungarischen Wort „gulya“ ab, was „Rinderherde“ bedeutet. Ursprünglich war Gulyás nämlich ein einfaches Gericht, das von Viehhirten auf offenem Feuer zubereitet wurde.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich Gulyás zu einem Nationalgericht, das in ganz Ungarn und darüber hinaus beliebt ist. Es gibt unzählige regionale Varianten, die sich in der Auswahl des Fleisches, des Gemüses und der Gewürze unterscheiden können. Während in manchen Gegenden ausschließlich Rindfleisch verwendet wird, kommen anderswo auch Schweine-, Lamm- oder Wildfleisch zum Einsatz.
Die Grundzutaten bleiben jedoch meist dieselben: Zwiebeln und Paprika bilden die Basis, hinzu kommen Karotten, Sellerie, Kartoffeln und je nach Rezept auch Tomaten, grüne Paprika oder Knoblauch. Typische Gewürze sind neben Paprika auch Kümmel, Majoran, Thymian, Lorbeer und Pfeffer.

Die Zubereitung

Zubereitet wird Gulyás traditionell in einem Kessel über offenem Feuer. Zunächst werden Zwiebeln in Schweine- oder Gänseschmalz angedünstet, dann das Fleisch hinzugegeben und angebraten. Mit Paprikapulver, Salz und den restlichen Gewürzen abschmecken und mit Wasser aufgießen. Das Gemüse kommt erst später dazu, damit es nicht zu weich wird. Am Ende dickt man den Eintopf oft mit etwas Mehl an.
Das Ergebnis ist ein sämiger, würziger Eintopf, der wunderbar sättigt und wärmt. Gulyás wird klassischerweise mit frischem Brot serviert. In manchen Regionen isst man auch gerne Csipetke-Nockerl dazu – kleine Teigklößchen, die direkt im Eintopf gegart werden.

Markus Messemer

Eine Rezeptidee und ein paar Tipps von unseren Lesern

Zutaten (für 4 Portionen)

600 g Rindfleisch (z.B. Wadschinken), in 2 cm große Würfel geschnitten
2 Zwiebeln, fein gewürfelt
2 EL Schweineschmalz oder Öl
2 EL edelsüßes Paprikapulver
2 Knoblauchzehen, gepresst
1 TL Kümmel
1 TL getrockneter Majoran
2 Lorbeerblätter
2 Karotten, in Scheiben
1/2 Sellerieknolle, gewürfelt
2 Kartoffeln, gewürfelt
1 grüne Paprika, in Streifen
1 Tomate, gewürfelt
Salz und Pfeffer
1,5 l Wasser oder Rinderbrühe
1 EL Mehl

Zubereitung

Zwiebeln im Schmalz glasig dünsten. Fleisch dazugeben und kräftig anbraten. Mit Paprikapulver, Knoblauch, Kümmel, Majoran, Salz und Pfeffer würzen.
Mit 1/2 l Wasser aufgießen, Lorbeerblätter dazugeben. Aufkochen und bei mittlerer Hitze ca. 1 Stunde köcheln lassen, bis das Fleisch fast weich ist.
Karotten, Sellerie, Kartoffeln, Paprika und Tomate dazugeben. Mit dem restlichen Wasser auffüllen und weitere 30 Minuten köcheln, bis das Gemüse weich ist.
Mehl mit etwas kaltem Wasser glatt rühren und in den Eintopf einrühren. Nochmal aufkochen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Lorbeerblätter entfernen.
Gulyás in tiefen Tellern anrichten und mit frischem Brot servieren.

Markus Messemer

Nützliche Links

YouTube-Video „Das berühmte ungarische Gulasch! Lecker, sättigend, appetitlich!“: [https://www.youtube.com/watch?v=q9NvQ5bzYbo] Ein deutschsprachiges Rezepturvideo, welches die Herstellung im Detail erläutert.

Artikel „Ungarische Küche – die 10 besten Rezepte“  [https://www.ichkoche.at/ungarische-rezepte] Eine Vielzahl typisch ungarischer Rezepturen auf einer Internetseite.

Markus Messemer

Ein paar ungarische Wörter mit Übersetzungen

Gulyás [‚ɡujaːʃ] – Gulaschsuppe, ungarischer Rindereintopf

Pörkölt [‚pørkølt] – Schmorgericht, ungarisches Gulasch (ohne Kartoffeln und Gemüse)

Paprika [‚pɒprikɒ] – Paprikaschote oder Paprikapulver, Nationalgewürz Ungarns

Csipetke [‚ʧipɛtkɛ] – kleine Teigklößchen, die in Suppen mitgekocht werden

Puszta [‚pustɒ] – Steppenlandschaft in Ungarn, Heimat der Viehhirten

Bogrács [‚bograːʧ] – Kochkessel aus Gusseisen, traditionell für Gulyás verwendet

Tejföl [‚tɛjføl] – eine Art Schmand, in Ungarn oft zum Verfeinern von Suppen und Eintöpfen

Nokedli [’nokɛdli] – ungarische Spätzle, Beilage zu vielen Gerichten

Markus Messemer

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Markus Messemer