Die Endungen -ban und -ben (in etwas drin)
In der Kiste ...
Dieser Kasus zeigt dir genau, wo sich etwas befindet – mitten im Zentrum des Geschehens, in einem Raum, einem Ort oder einem Objekt. Die Endungen -ban und -ben helfen dir dabei, das Innenleben sprachlich zu erfassen. Werfen wir einen genauen Blick darauf!
Um noch einmal den Gesamtüberblick über diese Wortkonstruktionen zu bekommen, empfehlen wir die Seite Verortung und Bewegungsrichtung
Position in etwas
Der Inessiv (so heißt diese Form) im Ungarischen entspricht dem deutschen „in“. Er wird verwendet, um die Position innerhalb eines festen Objekts, Raumes oder Ortes zu beschreiben. Dieser Kasus ermöglicht es, präzise auszudrücken, dass etwas sich in einem Objekt oder Raum befindet, was im Deutschen oft weniger genau ausgedrückt wird. Ein Ungar würde beispielsweise sagen, dass er „im Haus“ ist, wobei klar wird, dass er sich innerhalb des Gebäudes befindet.
Diese Suffixe unterscheiden sich in Bezug auf einen Raum von den beiden weiteren Kasus, die entweder die Bewegung in einen Raum hinein (-ba, -be) oder die Bewegung aus einem Raum heraus (-ból, -ből) beschreiben.
Wie wird dieser „Fall“ gebildet?
Um den Inessiv zu bilden, fügt man die Endung -ban oder -ben an das Substantiv an. Welche Endung gewählt wird, richtet sich nach der Vokalharmonie des Substantivs:
- -ban für Wörter mit tiefen Vokalen (a, o, u)
- -ben für Wörter mit hohen Vokalen (e, i) und vorderen gerundeten Vokalen (ö, ü)
Beispiele
- A házban vagyok. (Ich bin im Haus.)
- Az iskolában tanultam. (Ich habe in der Schule gelernt.)
- A könyvben van egy történet. (Im Buch ist eine Geschichte.)
- A szobában alszanak. (Sie schlafen im Zimmer.)
Der Inessiv beschreibt klar die Position innerhalb eines Objekts oder Raumes. Während man im Deutschen einfach sagt, dass man „in der Schule“ ist, verdeutlicht der Inessiv im Ungarischen präzise, dass man sich im Inneren dieses Ortes bzw. Gebäudes befindet.
Position „in“ einem Raum
Der Inessiv wird verwendet, um die Position in einem Raum oder Objekt anzugeben. Er ist ein wesentlicher Bestandteil des ungarischen Kasussystems, um die genaue Position innerhalb eines Ortes zu verdeutlichen. Im Vergleich dazu beschreibt der Superessiv (-on, -en, -ön) die Position auf einer Oberfläche, während der Adessiv (-nál, -nél) die Position bei einem festen Objekt angibt.
Verwendung des Inessivs bei Städten und Ländern
Der Inessiv wird auch verwendet, um anzuzeigen, dass sich jemand oder etwas innerhalb einer Stadt oder eines Landes befindet. Achtung: Für ungarische Städte und Ungarn selbst gilt das nur in den seltensten Fällen (denn man ist „auf Ungarn“ und „auf Budapest“ und nicht „in“).
Beispiele
- Londonban lakom. (Ich wohne in London.)
- Brüsszelben élek (Ich lebe in Brüssel.)
- Hamburgban vagyunk munka miatt (Wir sind in Hamburg wegen der Arbeit)
- Tegnap Ausztriában voltam. (Ich war gestern in Österreich.)
Diese Sätze zeigen, wie der Inessiv eine präzise Angabe der Position innerhalb eines bestimmten Ortes ermöglicht.
Besondere Anwendungen des Inessivs
Der Inessiv wird auch in speziellen Kontexten verwendet, etwa bei Veranstaltungen oder abstrakten Begriffen:
- Egy buliban voltam tegnap este. (Ich war gestern Abend „auf“ einer Party.)
Zudem wird der Inessiv in Kombination mit Demonstrativpronomen wie ebben (in diesem) oder abban (in jenem) verwendet, um auf spezifische Orte oder Dinge hinzuweisen.
- Ebben az irodában dolgozom. (Ich arbeite in diesem Büro.)
Auf die abstrakte Nutzung solcher Endungen gehen wir auch in einem extra Text ein. Denn bei diesen macht es Sinn, sie aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
Spezifische Anwendungen von „ebben“ und „abban“
Wenn du im Ungarischen präzise ausdrücken möchtest, dass sich etwas genau in einem bestimmten, bereits genannten Objekt oder Raum befindet, werden die Formen „ebben“ (in diesem) und „abban“ (in jenem) verwendet. Diese Formen entstehen durch die Kombination von:
- „ez“ (dies) + „ben“ = „ebben“ (in diesem)
- „az“ (jenes) + „ban“ = „abban“ (in jenem)
Das Demonstrativpronomen „ez“ verschmilzt mit der Inessiv-Endung „-ben“, um auszudrücken, dass sich etwas in diesem Objekt oder Raum befindet. Genauso verschmilzt „az“ mit „-ban“ (entsprechend der Vokalharmonie), um anzugeben, dass sich etwas in jenem Objekt oder Raum befindet.
Beispiele
- Ebben a könyvben van egy érdekes fejezet. (In diesem Buch gibt es ein interessantes Kapitel.)
- Abban a szobában már alszanak. (In jenem Zimmer schlafen sie schon.)
In der Mehrzahl ändern sich die Formen zu „ezekben“ (in diesen) und „azokban“ (in jenen):
Mehrzahl-Beispiele
- Ezekben a könyvekben sok érdekes információ van. (In diesen Büchern gibt es viele interessante Informationen.)
- Azokban a házakban már rég nem lakik senki. (In jenen Häusern wohnt schon lange niemand mehr.)
Durch die Verschmelzung von Demonstrativpronomen und Inessiv-Endungen kannst du klar ausdrücken, wo sich etwas innerhalb eines spezifischen Objekts oder Raums befindet.
Die Personalpronomen im Inessiv
Auch Personalpronomen können im Inessiv verwendet werden, um auszudrücken, dass sich jemand oder etwas „in“ einer Person oder Gruppe befindet. Hier sind die Formen im Inessiv:
- bennem (in mir)
- benned (in dir)
- benne / Önben (in ihm/ihr/Ihnen)
- bennünk (in uns)
- bennetek (in euch)
- bennük / Önökben (in ihnen/Ihnen)
Beispiele
- Bennem van a válasz.
(Die Antwort ist in mir.) - Benned bíznak.
(Sie vertrauen in dir.) - Bennünk van a remény.
(Die Hoffnung ist in uns.)
Diese Formen helfen, räumliche oder metaphorische Beziehungen präzise auszudrücken.
Erklärungen in Bildform

Meine Meinung zu den wichtigsten Punkten
Durch die richtige Verwendung von -ban und -ben kann man klarstellen, dass sich etwas innerhalb eines bestimmten Ortes oder Objekts befindet. Somit wirst Du es oft benötigen. Packe einfach die Endung, entsprechend der Vokalharmonie, an das Wort dran, welches ausdrückt, wo du drin bist.
Weiterführende Lektionen
Blättere einfach einmal vor bzw. zurück (am Ende dieser Seite), da findest du die Artikel zum Thema Der Elativ: Die Endungen -ból und -ből (raus aus etwas) und Der Illativ: Die Endungen -ba und -be (in etwas hinein)
Wer schreibt, der bleibt
Schreibe diese Sätze für dich auf, um ein Gefühl für die Verwendung des Inessivs im Ungarischen zu bekommen.
- Az iskolában tanulok.
(Ich lerne in der Schule.) - Szeptemberben kezdődik az iskola.
(Im September beginnt die Schule.) - Az irodában dolgozom.
(Ich arbeite im Büro.) - A lakásban lakom.
(Ich wohne in der Wohnung.) - A múzeumban sok festmény van.
(Im Museum gibt es viele Gemälde.) - Londonban lakom.
(Ich wohne in London.)
Beispielsätze
- Hamburgban vagyunk munka miatt, és egy hétig itt maradunk.
(Wir sind in Hamburg wegen der Arbeit und bleiben eine Woche hier.) - Egy buliban voltam tegnap este, és sok barátommal találkoztam.
(Ich war gestern Abend auf einer Party und habe viele meiner Freunde getroffen.) - Brüsszelben élek már tíz éve, de a családom Budapesten lakik.
(Ich lebe schon seit zehn Jahren in Brüssel, aber meine Familie wohnt in Budapest.) - Ebben az irodában dolgozom már két éve, de nem vagyok elégedett a munkámmal.
(Ich arbeite seit zwei Jahren in diesem Büro, aber ich bin mit meiner Arbeit nicht zufrieden.) - Bennünk van a remény, hogy sikeres lesz a projekt.
(Die Hoffnung ist in uns, dass das Projekt erfolgreich sein wird.)