Die Endungen -ra und -re (auf etwas drauf)

Auf die Oberfläche ...

Wenn du auf einer Oberfläche landest, brauchst du den Sublativ! Diese Endungen -ra und -re sind der Schlüssel, um die Bewegung auf etwas hin zu beschreiben. In diesem Artikel erklären wir, wie der Sublativ dir dabei hilft, gezielte Bewegungen auf eine Fläche sprachlich abzubilden.

Auf der Seite Verortung und Bewegungsrichtung haben wir dazu die Gesamtübersicht für einen ersten Eindruck des Themas.

Bewegung auf etwas drauf

Der Sublativ (so heißt diese Form) im Ungarischen entspricht dem deutschen „auf“. Er wird verwendet, um eine Bewegung auf eine Oberfläche zu beschreiben. Dieser Kasus erlaubt es, genau zu definieren, dass die Bewegung auf etwas erfolgt, im Gegensatz zu einer Bewegung in oder zu einem Ort. So würde ein Ungar zum Beispiel sagen, dass er etwas auf den Tisch legt, was deutlich macht, dass die Bewegung auf die Tischoberfläche abzielt.

Diese Suffixe unterscheiden sich in Bezug auf eine Oberfläche von den beiden weiteren Kasus, die entweder die Position auf einer Oberfläche (-on, -en, -ön) oder die Bewegung von einer Oberfläche weg (-ról, -ről) beschreiben.

Wie wird dieser „Fall“ gebildet?

Um den Sublativ zu bilden, fügt man die Endung -ra oder -re an das Substantiv an. Welche Endung verwendet wird, richtet sich nach der Vokalharmonie des Substantivs:

  • -ra für Wörter mit tiefen Vokalen (a, o, u)
  • -re für Wörter mit hohen Vokalen (e, i) und vorderen gerundeten Vokalen (ö, ü)
Beispiele
  • Az asztalra tettem a könyvet. (Ich habe das Buch auf den Tisch gelegt.)
  • Felmentem a hegyre. (Ich bin auf den Berg hinaufgegangen.)
  • A székre ült. (Er setzte sich auf den Stuhl.)
  • A padlóra esett a labda. (Der Ball fiel auf den Boden.)

Der Sublativ beschreibt eindeutig die Bewegung auf eine Oberfläche. Während man im Deutschen oft einfach sagt, dass man etwas „auf den Tisch“ legt, verdeutlicht der Sublativ im Ungarischen, dass die Bewegung auf die Oberfläche des Objekts abzielt.

Bewegung „auf“ eine Oberfläche

Der Sublativ wird verwendet, um eine Bewegung auf eine Oberfläche zu beschreiben. Im Vergleich dazu beschreibt der Allativ (-hoz, -hez, -höz) die Bewegung hin zu einem festen Objekt, während der Illativ (-ba, -be) die Bewegung in einen Raum oder in das Innere eines Objekts hinein beschreibt.

Verwendung des Sublativs bei Städten und Ländern

Hier gibt es eine ungarische Besonderheit: Man reist oft sprichwörtlich „auf“ eine Ortschaft. Das gilt besonders für Ungarn selbst und viele ungarische Städte.

  • Magyarországra utazom. (Ich reise nach Ungarn – wörtlich: auf Ungarn.)
  • Budapestre megyek. (Ich fahre nach Budapest – wörtlich: auf Budapest.)
  • Vidékre költöztünk. (Wir sind aufs Land gezogen.)

Wichtig: Für die meisten anderen Länder (z. B. Deutschland) und ausländische Städte benutzt man hingegen die Endung -ba/-be (in).

  • Németországba megyek. (Ich fahre nach Deutschland.)
  • Bécsbe utazom. (Ich reise nach Wien.)

Tipp: Auch bei einigen ungarischen Städten gibt es Ausnahmen (z. B. Debrecenbe), aber mit -ra/-re liegst du bei Budapest, dem Balaton und Ungarn selbst genau richtig!

Abstrakte Konzepte und der Sublativ

Neben der physischen Bewegung kann der Sublativ auch in abstrakten Kontexten verwendet werden, um anzuzeigen, dass ein Gedanke, eine Erinnerung oder eine Handlung auf eine bestimmte Person oder ein bestimmtes Konzept gerichtet ist.

Beispiele
  • Jól esett, hogy gondoltál rám. (Es tat gut, dass du an mich gedacht hast.)
  • Emlékszel rám? (Erinnerst du dich an mich?)
  • A házra gondolok. (Ich denke an das Haus.)
  • Hasonlítok az apámra. (Ich sehe meinem Vater ähnlich.)
  • A kilátás az erkélyről nagyon szép: a tóra és a kertre nézek. (Die Aussicht vom Balkon ist sehr schön: Ich sehe auf den See und den Garten.)

Diese Verwendungen des Sublativs zeigen, wie flexibel dieser Kasus im Ungarischen ist, da er sowohl physische als auch abstrakte Bewegungen oder Ausrichtungen beschreibt.

Verwendung des Sublativs für „für“ oder „zu“

Der Sublativ wird auch häufig verwendet, um im Ungarischen das Konzept von „für“ oder „zu“ auszudrücken, besonders in Verbindung mit bestimmten Aktivitäten oder Zwecken.

Beispiele
  • Gyula jár angolra. (Gyula geht zum Englischunterricht.)
  • Mit akarsz ebédre? (Was möchtest du zum Mittagessen?)
  • Hány személyre kellene? (Für wie viele Personen bräuchten Sie es?)
  • Mennyibe kerül egy napra? (Wie viel kostet es für einen Tag?)

Diese Beispiele zeigen, wie der Sublativ verwendet wird, um eine Beziehung zwischen einer Handlung und ihrem Zweck oder Ziel herzustellen.

Zeitangaben und der Sublativ

Der Sublativ kann auch verwendet werden, um Zeitangaben auszudrücken, insbesondere wenn es um die Dauer einer Handlung geht.

Beispiele
  • Két hétre Londonba küldtek. (Sie haben mich für zwei Wochen nach London geschickt.)
  • Két hónapra mentünk Londonba. (Wir sind für zwei Monate nach London gegangen.)
  • Hány napra jöttél? (Für wie viele Tage bist du gekommen?)

In diesen Sätzen drückt der Sublativ die Dauer aus, für die eine Handlung andauert.

Verwendung des Sublativs mit „ennyi“ und „annyi“

Der Sublativ kann auch verwendet werden, um eine bestimmte Menge oder ein bestimmtes Maß zu betonen, insbesondere in Kombination mit den Wörtern „ennyi“ (so viel) und „annyi“ (so viel).

Beispiele
  • Ennyi barna kenyér nem jó. (Diese Menge an braunem Brot ist nicht gut.)
  • Ennyire barna kenyér nem jó. (Diese Menge an Brauntönen im Brot ist nicht gut.)
  • Ennyire nagy ház nem fér itt el. (Ein Haus von dieser Größe passt hier nicht hin.)

Diese Verwendung des Sublativs zeigt, wie subtil dieser Kasus eingesetzt werden kann, um nicht nur die Menge, sondern auch die Intensität oder Qualität eines Merkmals zu betonen.

Spezifische Anwendungen von „erre“ und „arra“

Wenn du im Ungarischen ausdrücken möchtest, dass sich etwas auf einen bestimmten, bereits genannten Ort oder Gegenstand hin bewegt oder sich darauf befindet, verwendest du die Formen „erre“ (auf dieses) und „arra“ (auf jenes). Diese Formen entstehen durch die Kombination von:

  • „ez“ (dies) + „re“ = „erre“ (auf dieses)
  • „az“ (jenes) + „ra“ = „arra“ (auf jenes)

Das Demonstrativpronomen „ez“ verschmilzt mit der Sublativ-Endung „-re“, um auszudrücken, dass sich etwas auf dieses Objekt oder diesen Ort hin bewegt oder darauf liegt. Ebenso verschmilzt „az“ mit der Endung „-ra“, um die Bewegung auf jenes Objekt oder jenen Ort zu beschreiben.

Beispiele
  • Erre az asztalra tettem a kulcsokat. (Auf diesen Tisch habe ich die Schlüssel gelegt.)
  • Arra a székre ültem le. (Auf jenen Stuhl habe ich mich gesetzt.)

In der Mehrzahl ändern sich die Formen zu „ezekre“ (auf diese) und „azokra“ (auf jene), wenn es sich um mehrere Objekte oder Orte handelt.

Mehrzahl-Beispiele
  • Ezekre a polcokra tettem a könyveket. (Auf diese Regale habe ich die Bücher gelegt.)
  • Azokra a helyekre szeretnék elutazni. (Zu jenen Orten würde ich gerne reisen.)

Diese Formen drücken klar aus, dass etwas auf ein bestimmtes Objekt oder einen Ort hin bewegt wird oder sich bereits dort befindet.

Die Personalpronomen im Sublativ (-ra/-re)

Wie bei den anderen Kasus im Ungarischen können auch Personalpronomen im Sublativ verwendet werden, um auszudrücken, dass sich etwas auf eine Person hin bewegt oder in eine Richtung geht.

Rám (auf mich)
Rád (auf dich)
Rá (auf ihn/sie)
Ránk (auf uns)
Rátok (auf euch)
Rájuk (auf sie)

Beispiele
  • Rád gondoltam. (Ich habe an dich gedacht.)
  • Ránk figyelj! (Achte auf uns!)
  • Rá esett a választás. (Die Wahl fiel auf ihn/sie.)

Diese Formen drücken aus, dass sich eine Bewegung oder Aufmerksamkeit auf eine Person richtet.

RIta

Sublativ

RIta

Meine Meinung zu den wichtigsten Punkten

Versuche mit mehrmaligem Durchlesen das Konzept der „Positionierung“ von Objekten zu verstehen. Da es dir täglich begegnen wird, hast du so die Möglichkeit aktiv in der Praxis damit zu lernen.

RIta

Weiterführende Lektionen

Blättere einfach einmal oder zweimal vorwärts (am Ende dieser Seite), da findest du die Artikel zum Thema Der Superessiv: Die Endungen -n, -on, -en und -ön (auf etwas drauf)  und  Der Delativ: Die Endungen -ról und -ről (von etwas herunter) .

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Wer schreibt, der bleibt

Schreibe diese Sätze für dich auf, um ein Gefühl für die Verwendung des Sublativs im Ungarischen zu bekommen.

  1. Az asztalra tettem a könyvet.
    (Ich habe das Buch auf den Tisch gelegt.)
  2. A székre ültem le.
    (Ich habe mich auf den Stuhl gesetzt.)
  3. Budapestre utazom.
    (Ich reise nach Budapest.)
  4. A hegyre másztunk fel.
    (Wir sind auf den Berg geklettert.)
  5. Jól esett, hogy gondoltál rám.
    (Es tat gut, dass du an mich gedacht hast.)
  6. Hány személyre kellene?
    (Für wie viele Personen bräuchten Sie es?)
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Beispielsätze

  • A kilátás az ablakból nagyon szép: a kertre és a tóra nézünk.
    (Die Aussicht aus dem Fenster ist sehr schön: Wir schauen auf den Garten und den See.)
  • Ági jár angolra, mert szeretne jobban megtanulni angolul beszélni.
    (Ági geht zum Englischunterricht, weil sie besser Englisch sprechen lernen möchte.)
  • Emlékszel rám, amikor utoljára találkoztunk?
    (Erinnerst du dich an mich, als wir uns das letzte Mal getroffen haben?)
  • Mennyibe kerül ez a szállás egy hétre?
    (Wie viel kostet diese Unterkunft für eine Woche?)
  • A tetőre repült a madár, mielőtt elindult volna délre.
    (Der Vogel flog auf das Dach, bevor er nach Süden flog.)
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