Das Partizip der Gegenwart

Partizip der unvollendeten Handlung

Das Partizip der Gegenwart im Ungarischen ist ein adjektivisches Partizip, das verwendet wird, um eine Handlung zu beschreiben, die noch im Gange ist. Es verwandelt ein Verb, dessen Aktion noch nicht abgeschlossen ist, in ein attributives Adjektiv. Manchmal wird es (im Unterschied zum Partizip der Vergangenheit) auch als Partizip der unvollendeten Handlung bezeichnet.

Bildung des Partizips der Gegenwart

Die Bildung des Partizips der Gegenwart im Ungarischen ist relativ einfach. Man hängt die Endungen -ó oder -ő an den Verbstamm an, abhängig von der Vokalharmonie des Wortes. Diese Endung macht aus dem Verb ein Adjektiv, das eine laufende oder kontinuierliche Handlung beschreibt.

Beispiele
  • fut (laufen) → futó (laufend)
    • futó ember (laufender Mensch)
  • él (leben) → élő (lebend)
    • élő hal (lebender Fisch)
  • kérdez (fragen) → kérdező (fragend)
    • kérdező újságíró (fragender Journalist)

Diese Beispiele zeigen, wie einfach das Partizip der Gegenwart gebildet werden kann und wie es verwendet wird, um eine noch andauernde Handlung zu beschreiben.

Verwendung des Partizips der Gegenwart als Substantiv

Im Ungarischen ist es üblich, das Partizip der Gegenwart als Substantiv zu verwenden, insbesondere um Personen nach ihrer Tätigkeit oder ihrem Beruf zu beschreiben.

Beispiele
  • dolgozik (arbeiten) → dolgozó (Arbeiter)
  • zervez (organisieren) → szervező (Organisator)
  • tervez (planen) → tervező (Planer)´
  • vezet (führen) → vezető (Führer)
  • ír (schreiben) → író (Schriftsteller, Autor)
  • tanul (lernen) → tanuló (Lernender, Schüler)

Diese Partizipien beschreiben Personen anhand ihrer aktuellen Tätigkeit und können direkt als Substantive verwendet werden, die eine Berufsbezeichnung oder eine aktive Rolle darstellen.

Unregelmäßige Formen und besondere Beispiele

Einige Verben bilden unregelmäßige Partizipien der Gegenwart, die in der Alltagssprache häufig verwendet werden.

Beispiele
  • jön (kommen) → jövő (kommend, nächst)
    • a jövő év (das kommende Jahr, nächstes Jahr)
  • fő (kochen) → fövő (kochend)
    • fövő víz (kochendes Wasser)
  • megy (gehen) → menő (gehend)
    • menő gyerek (gehendes Kind)
  • iszik (trinken) → ivó (trinkend)
    • ivó víz (Trinkwasser)
  • eszik (essen) → evő (essend)
    • evő ember (essendes Mensch)

Diese unregelmäßigen Formen sind alltäglich und werden in spezifischen Kontexten verwendet, um kontinuierliche Handlungen zu beschreiben.

Adjektive und Nomen mit Potenzial (Fähigkeit)

Durch die Kombination des Partizips der Gegenwart mit dem potenzialbildenden Suffix -hat oder -het entstehen Adjektive, die eine Fähigkeit oder Möglichkeit ausdrücken, ähnlich wie die deutsche Endung „-bar„.

Beispiele
  • hallható (hörbar)
  • olvasható (lesbar)
  • használható (benutzbar)

Diese Formen können sowohl als attributive Adjektive als auch als prädikative Adjektive verwendet werden.

Die speziellen Partizipien „való“ und „levő“

Die Partizipien „való“ und „levő“ haben besondere Bedeutungen und werden verwendet, um Orte oder Zugehörigkeit zu beschreiben.

  • levő: Wird verwendet, um auf etwas hinzuweisen, das sich an einem bestimmten Ort befindet.
    • a színpadon levő emberek (die Menschen auf der Bühne)
  • való: Wird verwendet, um Zugehörigkeit oder Ursprung zu beschreiben.
    • honnan való vagy? (Woher kommst du?)

Diese Partizipien sind fortgeschrittene Konzepte in der ungarischen Grammatik und erfordern ein tieferes Verständnis, um sie richtig anzuwenden.

Markus Messemer

Meine Meinung zu den wichtigsten Punkten

Das Partizip der Gegenwart im Ungarischen ist super nützlich, wenn du Handlungen beschreiben willst, die gerade passieren. Du hängst einfach -ó oder -ő an den Verbstamm, je nach Vokalharmonie, und schon hast du ein Adjektiv, das die laufende Handlung beschreibt. Zum Beispiel wird aus fut (laufen) ganz einfach futó (laufend).

Was echt praktisch ist: Diese Form kannst du auch als Substantiv nutzen, um Leute nach ihrer Tätigkeit zu benennen. Aus dolgoz(ik) (arbeiten) wird dolgozó (Arbeiter), oder aus tanul (lernen) wird tanuló (Schüler).

Markus Messemer

Artikel zum Thema Partizip der Vergangenheit

Markus Messemer

Wer schreibt, der bleibt

Schreibe diese Sätze für dich auf, um ein Gefühl für die Verwendung des Partizips der Gegenwart im Ungarischen zu bekommen.

  1. A futó ember gyors.
    (Der laufende Mensch ist schnell.)
  2. Az élő hal még mozog.
    (Der lebende Fisch bewegt sich noch.)
  3. A kérdező újságíró sokat tud.
    (Der fragende Journalist weiß viel.)
  4. A tervező építész készíti a ház terveit.
    (Der planende Architekt erstellt die Hauspläne.)
  5. A dolgozó fáradt, mert sokat dolgozott.
    (Der Arbeiter ist müde, weil er viel gearbeitet hat.)
  6. A jövő év izgalmas lesz.
    (Das kommende Jahr wird aufregend sein.)
Markus Messemer

Beispielsätze

  • A futó emberek az erdőben edzenek minden reggel.
    (Die laufenden Menschen trainieren jeden Morgen im Wald.)
  • Az élő víz mindig friss, és sok halat tartalmaz.
    (Das lebende Wasser ist immer frisch und enthält viele Fische.)
  • A szervező a konferenciát jövő hónapban rendezi meg.
    (Der Organisator plant die Konferenz für den nächsten Monat.)
  • A menő autó nagyon gyorsan halad a versenyen.
    (Das gehende Auto bewegt sich sehr schnell im Rennen.)
  • A tanuló diákok figyelnek az órán, mert szeretnék megérteni a leckét.
    (Die lernenden Schüler passen im Unterricht auf, weil sie die Lektion verstehen möchten.)
Markus Messemer