Bildung von Hauptwörtern durch Endungen

Im Ungarischen gibt es verschiedene Möglichkeiten, Hauptwörter (Substantive) aus Verben, Adjektiven und anderen Wortarten zu bilden. Diese Prozesse ermöglichen es, Aktionen, Eigenschaften und Konzepte in eigenständige Nomen zu verwandeln.

Es geht in dieser Lektion darum, dass du verstehst, wie wichtig es ist aus einzelnen Bausteinen mit der passenden Logik, andere Begriffe ableiten zu können. So kannst du aus wenigen Wörtern die du kennt, unzählige neue machen.

In diesem Artikel werden wir vier wichtige Endungen betrachten, die zur Bildung von Substantiven im Ungarischen verwendet werden: -ás/-és, -ság/-ség, -at/-et, -mány/-mény/-vány/-vény,-ász/-ész, -ászat/-észet, -szer, …, . Jede dieser Endungen hat ihre spezifischen Anwendungen und Nuancen, die wir im Folgenden genauer untersuchen werden.

Es gibt auch ein Kreuzworträtsel zu diesem Thema: Bildung von Hauptwörtern aus Stämmen

Bildung von Substantiven mit -ás/-és

Die Endungen -ás und -és werden verwendet, um aus Verben Substantive zu bilden, die häufig eine Handlung oder einen Prozess beschreiben. Diese Substantive entsprechen im Englischen oft den -ing-Formen oder Nomina wie „reading“ (Lesen) oder „arrival“ (Ankunft).

Beispiele
  • épít (bauen) → építés (der Bau, das Bauen)
  • fut (laufen) → futás (das Laufen)
  • vezet (führen) → vezetés (das Führen, die Leitung)
  • mos (waschen) → mosás (das Waschen)
  • tanul (lernen) → tanulás (das Lernen)

Diese Substantive sind oft abstrakt und beziehen sich auf die Handlung selbst oder den Prozess, der durch das Verb beschrieben wird.

Bildung von abstrakten Substantiven mit -ság/-ség

Die Endungen -ság und -ség werden verwendet, um aus Adjektiven, Verben und Substantiven abstrakte Substantive zu bilden. Diese Substantive drücken oft eine Eigenschaft, einen Zustand oder ein Konzept aus, ähnlich den englischen Endungen „-ness“ oder „-ship“.

Beispiele
  • boldog (glücklich) → boldogság (das Glück)
  • bátor (mutig) → bátorság (der Mut)
  • ifjú (jung) → ifjúság (die Jugend)
  • szegény (arm) → szegénység (die Armut)
  • barát (Freund) → barátság (die Freundschaft)

Diese Substantive sind abstrakt und beziehen sich oft auf Zustände, Qualitäten oder Konzepte, die durch das ursprüngliche Adjektiv oder Substantiv beschrieben werden.

Bildung von konkreten Substantiven mit -at/-et

Die Endungen -at und -et werden verwendet, um aus Verben Substantive zu bilden, die oft das Ergebnis einer Handlung oder einen konkreten Gegenstand bezeichnen. Diese Substantive sind weniger abstrakt und beziehen sich häufiger auf physische oder konkrete Dinge.

Beispiele
  • vág (schneiden) → vágat (der Schnitt, der Einschnitt)
  • ír (schreiben) → irat (das Schriftstück, die Urkunde)
  • hoz (bringen) → hozat (die Bestellung, das Herbeiholen)
  • köt (binden) → kötet (der Band, das Bündel)
  • ad (geben) → adat (die Angabe, die Daten)

Diese Substantive beziehen sich oft auf konkrete Ergebnisse von Handlungen oder auf Gegenstände, die durch die Handlung erzeugt werden.

Bildung von Substantiven mit -mány/-mény/-vány/-vény

Die Endungen -mány, -mény, -vány und -vény werden verwendet, um aus Verben Substantive zu bilden, die meist das Ergebnis einer Tätigkeit oder ein abstraktes Konzept bezeichnen. Diese Endungen sind oft mit einer Nuance der Vollendung oder des Erzeugnisses der Handlung verbunden.

Beispiele
  • tanul (lernen) → tanulmány (die Studie, das Studium)
  • alkot (schaffen) → alkotmány (die Verfassung)
  • ír (schreiben) → íromány (das Schriftstück, die Schrift)
  • támogat (unterstützen) → támogatvány (die Unterstützung, das Gesuch)
  • köt (binden) → kötvény (die Anleihe, der Bond)

Diese Substantive drücken oft das Endprodukt einer Handlung aus, sei es ein physisches Objekt, ein Dokument oder ein abstraktes Konzept.

Bildung von Substantiven mit -zat/-zet

Die Endungen -zat und -zet werden verwendet, um aus Verben und manchmal auch Substantiven Hauptwörter zu bilden, die auf strukturierte Systeme, Sammlungen oder Ergebnisse einer Handlung hinweisen. Diese Endungen betonen oft eine geordnete Zusammenstellung oder das Resultat eines Prozesses.

Beispiele
  • jegy (Zeichen) → jegyzet (die Notiz)
  • tábla (Tafel) → táblázat (die Tabelle)
  • szabály (Regel) → szabályzat (das Regelwerk)

Diese Substantive beschreiben häufig konkrete Ergebnisse oder systematische Anordnungen, die durch eine Handlung oder ein Konzept erzeugt wurden. Sie eignen sich besonders zur Beschreibung von Dokumenten, Strukturen oder Regelwerken, die eine geordnete Form haben.

Bildung von Berufsbezeichnungen mit -ász/-ész

Die Endungen -ász und -ész werden, nach Vokalharmonie, verwendet, um Berufe oder Fachgebiete zu benennen, die oft auf einer spezifischen Tätigkeit oder einem Fachwissen beruhen. Diese Endungen beziehen sich meist auf Personen, die in einem bestimmten Bereich tätig sind oder besondere Fähigkeiten haben.

Beispiele
  • hal (Fisch) → halász (der Fischer)
  • erdő (Wald) → erdész (der Förster)
  • vad (Wild) → vadász (der Jäger)
  • gép (Maschine) → gépész (der Maschinenbauer)
  • nyelv (Sprache) → nyelvész (Der Sprachwissenschaftler)
  • gyógyszer (Medikament) → gyógyszerész (der Apotheker)
  • csillag (Stern) → csillagász (der Astronom)

Die Substantive mit -ász und -ész kennzeichnen Berufe oder Spezialisierungen und beziehen sich oft auf wissenschaftliche oder handwerkliche Tätigkeiten. Diese Endungen sind in vielen Fachgebieten wie Naturwissenschaften, Technik und Medizin zu finden.

Vom Beruf zum Fachgebiet oder Betrieb (-ászat/-észet)

Wenn man an die oben genannten Berufsbezeichnungen noch die Endung -at oder -et anhängt, verwandelt man die Person in das dazugehörige Fachgebiet oder den Betrieb.

Beispiele
  • kertész (Gärtner) → kertészet (die Gärtnerei, der Gartenbau)
  • borász (Winzer) → borászat (das Weingut, die Kellerei)
  • fogász (Zahnarzt) → fogászat (die Zahnmedizin, die Zahnarztpraxis)
  • szobrász (Bildhauer) → szobrászat (die Bildhauerei)
  • erdész (Förster) → erdészet (die Forstwirtschaft)

So wird aus dem Menschen, der die Tätigkeit ausführt, der Ort oder die Wissenschaft, wo diese Tätigkeit ausgeübt wird.

Bildung von Mitteln und Systemen mit -szer

Die Endung -szer wird verwendet, um Substantive zu bilden, die ein Mittel, ein Werkzeug oder ein System bezeichnen. Sie fungiert dabei oft als Baustein für „das Mittel für“ oder „das Ding für“ einen bestimmten Zweck. Historisch gesehen trägt sie die Bedeutung von Ordnung oder Heilmittel in sich.

Beispiele
  • gyógy (Heil-) → gyógyszer (das Medikament, das Heilmittel)
  • élelem (Nahrung) → élelmiszer (das Lebensmittel)
  • hang (Klang) → hangszer (das Musikinstrument)
  • rend (Ordnung) → rendszer (das System)
  • mosó (waschend) → mosószer (das Waschmittel)
  • fű (Gras/Kraut) →  fűszer (das Gewürz)

Diese Substantive bezeichnen meist konkrete Stoffe (wie Chemikalien oder Nahrung), technische Hilfsmittel oder abstrakte Strukturen und Methoden.

Bildung von Locations mit -ozó/-ező/-öző

Diese Endungskombination ist im Alltag sehr präsent, da sie häufig Gaststätten, Lokale oder Verkaufsstände bezeichnet. Grammatisch gesehen wird hier zunächst aus einem Substantiv ein Verb gebildet (meist mit der Endung -z, was „etwas konsumieren“ oder „etwas benutzen“ bedeutet) und daraus dann mittels der Partizip-Endung -ó/-ő der Ort abgeleitet, an dem diese Tätigkeit stattfindet.

  • bor (Wein) → boroz (Wein trinken) → borozó (die Weinstube)
  • sör (Bier) → söröz (Bier trinken) → söröző (die Bierstube, die Kneipe)
  • kávé (Kaffee) → kávézik (Kaffee trinken) → kávézó (das Café)
  • lángos → lángosoz (Lángos essen) → lángosozó (das Lángos-Büfé)
Markus Messemer

Meine Meinung zu den wichtigsten Punkten

Wenn du Ungarisch lernst, ist es wichtig zu wissen, wie man Substantive aus Verben oder Adjektiven bildet, weil du dadurch viel flexibler in deinem Ausdruck wirst. Mit einer Vielzahl von Endungen kannst du aus Verben. Tätigkeiten, Eigenschaften oder Konzepten eigenständige Nomen machen. So kannst du Aktionen, Zustände und Ergebnisse einfacher beschreiben.

Diese Endungen zu kennen, hilft dir, wenn du etwas liest, dass es sich um ein Hauptwort handelt. Das mit dem Wortstamm zu kombinieren gibt dir auch eine Idee, um was es gehen könnte. So kannst du nach und nach auch deinen Wortschatz erweitern.

Markus Messemer

Wer schreibt, der bleibt

Schreibe diese Sätze für dich auf, um ein Gefühl dafür zu bekommen.

  1. Az építés sok időt vesz igénybe.
    (Der Bau dauert lange.)
  2. A boldogság mindenkinek fontos.
    (Das Glück ist für jeden wichtig.)
  3. A barátság értékes kincs.
    (Die Freundschaft ist ein wertvoller Schatz.)
  4. Az új küldet ma érkezett meg.
    (Der neue Auftrag ist heute angekommen.)
  5. A tanulmány nagyon érdekes volt.
    (Die Studie war sehr interessant.)
  6. A támogatványt elfogadták.
    (Das Gesuch wurde angenommen.)
Markus Messemer

Beispielsätze

  • Az építés folyamata bonyolult lehet, de a végeredmény mindig lenyűgöző.
    (Der Bauprozess kann kompliziert sein, aber das Endergebnis ist immer beeindruckend.)
  • A barátság és a boldogság egymással összefüggő fogalmak, amelyek mindkettő értékesek az életben.
    (Freundschaft und Glück sind miteinander verbundene Konzepte, die beide im Leben wertvoll sind.)
  • A tanulmány megmutatta, hogy a támogatás növelheti a siker esélyét.
    (Die Studie zeigte, dass Unterstützung die Erfolgschancen erhöhen kann.)
  • Az új építmény a város leglátványosabb látványossága lett az építés után.
    (Das neue Bauwerk wurde nach der Errichtung zur beeindruckendsten Attraktion der Stadt.)
  • A kérdésre adott válasz segíthetett volna a probléma megoldásában.
    (Die Antwort auf die Frage hätte bei der Lösung des Problems helfen können.)
Markus Messemer