Nebenkosten in Ungarn – ein Überblick

Häufig kommt die Frage, mit welchen Nebenkosten man hier rechnen muss, wenn man in einem kleinen Häuschen auf dem Land lebt. Um eine gute Vergleichsbasis zu haben, würden wir das mal für einen Haushalt mit zwei Personen zusammenstellen. Die gute Nachricht vorab: In Ungarn sind die Nebenkosten deutlich günstiger als in Deutschland!

Wasser und Abwasser

Für Frischwasser zahlt man in Ungarn aktuell pro m³ ca. 270 Ft., das sind dann pro Monat, bei durchschnittlichem Verbrauch, nur etwa 5.400 Forint (13,50 Euro). Was die Kosten für Abwasser betrifft, sind diese davon abhängig, ob man ans örtliche Abwassersystem angeschlossen ist (ca. 300 Forint / m³) oder das Schmutzwasser in Sickergruben gesammelt und mehrmals jährlich mit einem Tankfahrzeug abgeholt wird (ca. 15.000 Ft / Leerung).

Gas / Heizung

Bei den Heizkosten kannst du in Ungarn sehr günstig wegkommen, denn der Staat subventioniert den Gaspreis massiv – allerdings nur bis zu einer bestimmten Grenze. Für Gas zahlt man pro m³ 102 Forint (wenn man unter der Grenze von 1729m³ pro Jahr bleibt). So kommt man monatlich auf etwa 17.000 Ft. als Abschlag, am Jahresende wird dann abgerechnet. Mit einem Kachelofen oder Holzofen kannst du die Gasheizung an kalten Tagen prima ergänzen und so die Heizkosten weiter senken. Insgesamt dürften die monatlichen Gaskosten, je nachdem wieviel du heizt, zwischen 8.000 und 13.000 Ft liegen.

Wichtig zu wissen: Sobald du diese Jahresgrenze beim Gas überschreitest, wird es für jeden zusätzlichen Kubikmeter extrem teuer! Für alles, was über den 1.729 m³ liegt, zahlst du den Marktpreis von ca. 747 Ft pro m³ – das ist etwa das Siebenfache.

Mein Tipp: Behalte deinen Zählerstand im Blick (am besten immer zum 01.08. notieren, da hier das Energiejahr beginnt). Solltest du merken, dass du auf das Limit zusteuerst, lohnt es sich finanziell enorm, die Gasheizung rechtzeitig zu drosseln und stattdessen elektrisch zuzuheizen (z.B. Klimaanlage oder Holzofen). So vermeidest du, in den teuren Tarif zu rutschen.

Holz

Aktuell kostet Hartholz als ofenfertiges Brennholz in Ungarn zwischen 25.000 und 35.000 Ft pro Schüttraummeter. Die Preise sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Holzhackschnitzel kosten zwischen 10.000 und 13.000 Ft pro Schüttraummeter (oder 100.000 Fr pro Tonne). Solange du in reduzierten Gaspreis bleibst, ist Holz kalkulatorisch teurer. Einen umfassenden Artikel zu dem Thema findest du unter https://wir-in-ungarn.hu/brennstoffkauf-in-ungarn/.

Strom

Strom ist in Ungarn ebenfalls sehr günstig, ein Kilowattstunde kostet, wenn man pro Jahr weniger als 2.523 kWh verbraucht, 35,29 Forint. Brauchst du mehr als diese Menge, wird knapp das Doppelte (70,10 Ft/kWh) fällig. Der monatliche Abschlag, den man selbst mit festlegen kann, liegt im Durchschnitt bei 8000 Ft, tatsächlich dürften nach der Abrechnung nach einem Jahr, wenn man einigermaßen bedacht agiert, eher 5000 Ft pro Monat übrig bleiben.

Müll

Für eine 80-Liter-Tonne für Restmüll, die wöchentlich geleert wird, kann man mit einer Gebühr von ca. 2.000 Forint monatlich rechnen. Seinen Sperrmüll kann man bis zu einer gewissen Menge pro Haushalt (500kg pro Jahr) kostenlos auf dem regionalen Wertstoffhof abgeben.

Internet

Für einen schnellen Internetanschluss zahlst du ca. 6.500 Ft im Monat. Da ist dann dein Festnetztelefon schon mit dabei. Wenn du noch das Fernsehen dazu haben möchtest bist du bei 10.000 Ft.

Handy

Der Vollständigkeit halber, weil es heutzutage schon dazu gehört, ergänzen wir hier auch mal die Kosten für mobiles Telefonieren und Internet. Ein Vertrag mit ausreichendem Datenvolumen ist für ca. 5.000 Ft pro Monat zu bekommen, unbegrenzt bist du bei 12.000 Ft.

Gesamtkosten

Insgesamt belaufen sich die monatlichen Nebenkosten in Ungarn durchschnittlich also auf ca. 60.000 Forint. Den Vergleich zu Deutschland darfst du selbst für dich ziehen.
Auch wenn durch die Inflation die Lebenshaltungskosten in Ungarn gestiegen sind – bei den Nebenkosten ist das Leben hier noch deutlich günstiger als in Deutschland. Und während dort die Preise durch die Energiewende weiter klettern, bleiben Strom, Gas und Wasser in Ungarn erschwinglich.

Markus Messemer