Einkaufen im ungarischen Supermarkt
Um was geht es?
Ungarn verfügt über eine breite Palette an Supermärkten, die sowohl internationale als auch lokale Produkte anbieten. Die bekannte Ketten sind weit verbreitet und bieten eine große Auswahl an Lebensmitteln und Haushaltswaren. Kleinere Dorfläden sind ebenfalls eine gute Option für den täglichen Einkauf. Wo bekommt man was, wie sind die Preise und die Öffnungszeiten? Wir fassen zusammen.
Supermärkte und Dorfläden für den täglichen Bedarf
Die Supermarkt- und Discounter-Landschaft ist in Ungarn ähnlich, wie man diese auch in anderen europäischen Ländern kennt. Nach dem EU-Beitritt Ungarns haben sich die Supermärkte im Land deutlich verändert. Neben heimischen Produkten bieten sie nun auch internationale Lebensmittel. Ungarische Produkte sind dennoch oft günstiger als importierte Marken. Zum Beispiel ist ungarisches Bier billiger als importiertes Bier aus Deutschland (Ausnahme sind Eigenmarken wie „Karlskrone“). Daher greifen Einheimische meist zu (zahlenmäßig eher schwächer vertretenen) ungarischen Produkten.
Auch die Qualität in ungarischen Supermärkten hat sich mit der „Wende“ verbessert. Europäische Richtlinien sorgen für eine bessere Umsetzung von Hygiene und Verbraucherschutz, was zu einer höheren Kundenzufriedenheit geführt hat
Es sind auch erstaunlich viele deutsche Ketten, die hier ihre Filialen betreiben. Gerade für uns Deutsche bietet das den Vorteil, dass die meisten Produktbeschriftungen deutsch sind, da ein Großteil der Produkte aus Deutschland oder Österreich hier her kommt.
Die großen Ketten: Vertrautes Terrain
Du wirst dich schnell zurechtfinden, denn deutsche Discounter sind in Ungarn sehr stark vertreten und beliebt.
- Lidl & Aldi: Diese beiden kennst du sicher. Sie sind auch in Ungarn extrem populär und haben in den letzten Jahren stark expandiert. Lidl gilt sogar als Marktführer. Beide setzen stark auf Eigenmarken , Effizienz und gute Preise. Das Sortiment ist vielleicht etwas anders als gewohnt, aber die Grundstruktur der Läden und das Preis-Leistungs-Verhältnis sind vertraut. Aldi verfolgt auch hier die Strategie der „Everyday Low Prices“ und verzichtet auf eine klassische Kundenkarte. Bei Lidl kannst du mit der Lidl Plus App sparen.
- Penny Market: Ebenfalls ein deutscher Discounter, der besonders in ländlichen Gebieten viele Filialen hat. Penny positioniert sich als Hard-Discounter mit Fokus auf günstige Preise und hat als erster Discounter in Ungarn eine Kundenkarte (PENNY Card) eingeführt.
- Spar (inkl. INTERSPAR): Diese Kette ist ebenfalls weit verbreitet und investiert sichtbar in moderne, ansprechende Läden. Der Fokus liegt oft auf Frische und Convenience-Produkten („SPAR to Go“). Die größeren INTERSPAR-Märkte ähneln Hypermärkten mit einem breiten Sortiment auch an Non-Food-Artikeln. Spar nimmt am Multi-Partner-Treueprogramm SuperShop teil.
- Tesco: Die britische Kette ist mit verschiedenen Formaten präsent, von riesigen „Tesco Extra“ Hypermärkten, die fast alles führen (Lebensmittel, Kleidung, Elektronik) , bis zu kleineren „Tesco Express“ Läden in Innenstädten. Tesco war lange Marktführer, spürt aber den Druck der Discounter. Sie haben ein eigenes Treueprogramm, die Clubcard.
- Auchan: Diese französische Kette betreibt hauptsächlich sehr große Hypermärkte , oft am Stadtrand, mit einem riesigen Sortiment, das auch viele Non-Food-Artikel umfasst. Auchan hat ebenfalls eine Kundenkarte, die „Bizalomkártya“ (Vertrauenskarte).
Lokale Alternativen: Coop, Reál, Tom und der Kisbolt
Neben den internationalen Riesen gibt es wichtige ungarische Ketten, die vor allem außerhalb der großen Städte eine zentrale Rolle spielen:
- Coop & Reál: Diese Ketten, oft als Kooperativen oder Franchise-Systeme organisiert, sind die Lebensadern vieler Dörfer und Kleinstädte. Sie haben verschiedene Ladengrößen (von „Mini“ bis „Super“ bei Coop, von „Pont“ bis „Élelmiszer“ bei Reál) und legen großen Wert auf ungarische Produkte. Wenn du auf dem Land lebst, sind sie oft die nächste oder einzige Einkaufsmöglichkeit.
- Kisbolt (Der kleine Laden): In vielen Dörfern findest du auch noch den klassischen „Tante-Emma-Laden“, oft „Kisbolt“ oder „ABC“ genannt. Das Sortiment ist begrenzt, die Preise oftmals höher, aber die Nähe und die persönliche Atmosphäre sind unschlagbar.
- Tom Market: Diese rot-gelben Läden sind eine aufstrebende ungarische Franchise-Kette, die seit 2008 kleine Supermärkte unter einheitlichem Design und Namen vereint. Tom Market setzt auf ein breites Sortiment (über 6.000 Produkte verfügbar) auf meist sehr kleiner Fläche und ist besonders für seine langen Öffnungszeiten und frischen Backwaren bekannt.
Eigenmarken und Bio
- Eigenmarken (Saját Márkás Termékek): Sie sind extrem wichtig in Ungarn und machen einen großen Teil des Umsatzes aus, besonders bei Discountern. Die Qualität wird von vielen Ungarn als gut bis sehr gut eingeschätzt, oft vergleichbar mit Markenprodukten, aber deutlich günstiger. Auch Tesco, Spar & Co. haben eigene Linien in verschiedenen Preisstufen.
- Bio-Produkte: Findest du in den meisten größeren Supermärkten, oft als Eigenmarke (z.B. bei Aldi, Lidl, Tesco, Penny). Das Angebot ist aber deutlich schmäler und tendenziell teurer als in Deutschland. Das liegt auch daran, dass in Ungarn deutlich weniger gekauft wird.
Öffnungszeiten
Die meisten Supermärkte in Ungarn haben großzügige Öffnungszeiten, oft von 7 Uhr morgens bis 21 Uhr abends, oftmals auch sonntags. Einige größere Märkte wie Tesco haben durchaus auch rund um die Uhr geöffnet.
Mehrwertsteuer
Ungarn hat mit 27% den höchsten Standard-Mehrwertsteuersatz in der EU, und dieser gilt auch für die meisten Lebensmittel. Das ist ein Hauptgrund, warum dir Preise manchmal höher vorkommen können als in Deutschland. Für einige Grundnahrungsmittel wie Milch, Eier und bestimmte Fleischsorten gibt es jedoch einen reduzierten Satz von 5%.
Der Árfigyelő: Dein digitaler Preishelfer?
Als Reaktion auf die hohe Inflation hat die Regierung zusammen mit der Wettbewerbsbehörde (GVH) ein Online-Preisbeobachtungssystem namens „Árfigyelő“ (Preisbeobachter) ins Leben gerufen. Du findest es unter arfigyelo.gvh.hu. Die Plattform vergleicht tagesaktuell die Preise für Dutzende von Produktkategorien (ursprünglich 62, später auf 78 erweitert) bei den sechs größten Einzelhandelsketten (Lidl, Tesco, Spar, Auchan, Aldi, Penny) in über 1200 Filialen. Das Ziel ist, mehr Transparenz zu schaffen und den Wettbewerb anzukurbeln, um die Preise zu drücken. Die Regierung sieht das System als Erfolg. Allerdings gibt es auch Kritik: Die Abdeckung beschränkt sich oft auf städtische Gebiete, die Nutzung ist im Vergleich zu kommerziellen Preisvergleichsseiten gering und die Bedienung kann komplex sein. Ob der Árfigyelő wirklich einen großen, nachhaltigen Einfluss auf die Preise hat, der über den ohnehin schon starken Wettbewerb der Discounter hinausgeht, wird von einigen bezweifelt.
Staatliche Preisregulierung: Die 10%-Margen-Obergrenze
Neben dem Preisbeobachter hat die Regierung auch direkt in die Preisgestaltung eingegriffen, um die Lebensmittelinflation zu bekämpfen. Seit Mitte März 2025 gilt für eine Liste bestimmter Lebensmittelkategorien eine Obergrenze für die Handelsmarge. Das bedeutet, dass der Aufschlag, den die Supermärkte zwischen dem Einkaufspreis (Großhandel) und dem Verkaufspreis (Regalpreis) berechnen dürfen, begrenzt ist. Lag die Marge für diese Produkte im Januar 2025 über 10%, mussten die Händler sie auf maximal 10% senken. Lag sie darunter, durfte sie nicht erhöht werden. Diese Regelung gilt sowohl für physische Läden als auch für Online-Shops und soll sicherstellen, dass die betroffenen Produkte weiterhin verfügbar bleiben. Die Regierung meldet, dass diese Maßnahme zu spürbaren Preissenkungen von 10% bis teilweise sogar 40% bei den betroffenen Produkten geführt hat. Es gibt jedoch Bedenken, dass Händler die geringeren Margen bei diesen Produkten durch höhere Preise bei anderen, nicht regulierten Artikeln ausgleichen könnten.
Praktische Tipps für deinen Einkauf
- Öffnungszeiten: Sehr großzügig! Viele Supermärkte haben von Montag bis Samstag von ca. 6/7 Uhr bis 20/21 Uhr geöffnet, größere oft auch länger. Sonntagsöffnungen sind ebenfalls üblich, wenn auch manchmal mit kürzeren Zeiten. Einige große Tesco-Märkte haben sogar rund um die Uhr offen.
- Bezahlen: Kartenzahlung (Visa, Mastercard) ist sehr weit verbreitet und gesetzlich vorgeschrieben, wo technisch möglich. Kontaktloses Bezahlen (auch mit Apple/Google Pay) funktioniert fast überall. American Express wird seltener akzeptiert. Trotzdem ist es ratsam, immer etwas Bargeld dabeizuhaben, besonders auf dem Land oder für kleine Beträge. Euro werden nur selten und meist zu schlechtem Kurs angenommen.
- Sparen mit Kundenkarten: Die meisten Ketten (Spar, Lidl, Tesco, Auchan, Penny) bieten Kundenkarten oder Apps mit Rabatten und Punktesystemen an. Die Ausnahme ist Aldi, das auf Dauerniedrigpreise statt eines Treueprogramms setzt.
- Sprache: Da viele Produkte aus Deutschland oder Österreich importiert werden, sind Etiketten oft auch auf Deutsch beschriftet. In größeren Städten und bei jüngeren Mitarbeitern kommst du oft auch mit Englisch weiter.
- Taschen mitbringen: Denk daran, deine eigenen Einkaufstaschen mitzunehmen, da Plastiktüten auch hier oft kostenpflichtig sind (selbst die für Gemüse einzupacken) und der Umweltgedanke auch hier ankommt.
Nützliche Links
Árfigyelő – Preisüberwachungssystem der ungarischen Regierung [https://arfigyelo.gvh.hu] Árfigyelő ist eine Preisvergleichs-App der ungarischen Regierung, die es Verbrauchern ermöglicht, die Preise von Lebensmitteln in verschiedenen Supermärkten zu vergleichen. Die Datenbank wird täglich aktualisiert und hilft, die besten Angebote zu finden.
Fragen und Antworten
Welche Supermärkte sind in Ungarn am günstigsten?
Wie in Deutschland auch findet man die besten Angebote bei den Disountern (Lidl, Aldi, Penny, …), aber auch die Hypermärkte bieten gerade mit Eigenmarken oder Angeboten gute Preise.
Gibt es in Ungarn auch Bio-Produkte?
Ja, viele Supermärkte in Ungarn bieten eine vergleichsweise sehr kleine Auswahl an Bio-Produkten an. Bei Obst und Gemüse sind es die 4 – 8 wichtigsten Arten (Apfel, Banane, Karotte, Kartoffel, …), bei verpackten Lebensmittel ist die Auswahl etwas größer (und dennoch weit entfernt von dem, was man aus Deutschland gewohnt ist)
Gibt es in Ungarn spezielle vegane/vegetarische Produkte?
Da das Thema hier nicht wirklich bedeutend ist, findet man in größeren Läden wohl eine dezente Auswahl und die lassen sich die Händler auch gut bezahlen. Aber zum Glück gibt es ja auch noch Menschen, die selbst aus den verfügbaren Grundzutaten etwas leckeres zaubern können.
Kann ich in den Supermärkten mit Karte bezahlen?
Ja, in den meisten Supermärkten in Ungarn ist der Standard die Kartenzahlung. Es ist jedoch ratsam, immer etwas Bargeld dabei zu haben, falls es technische Probleme gibt.
Ungarisch direkt übersetzt
Anhand der folgenden Beispiele wird deutlich, wie die ungarische Sprache Wörter durch die Kombination von Wortstämmen, Präfixen und Suffixen bildet. Für Lernende kann es hilfreich sein, diese Struktur zu verstehen, um die Bedeutung neuer Wörter leichter zu erschließen und sich die Vokabeln besser einzuprägen.
A magyarországi szupermarketek nemzetközi élelmiszereket is kínálnak.
Die ungarischen Supermärkte internationalen Nahrungsmittel (Akk) auch anbieten.
Die ungarischen Supermärkte bieten auch internationale Nahrungsmittel an.
A magyar termékek gyakran olcsóbbak, mint az importált márkák.
Die ungarischen Produkte häufig billiger, als die importierten Marken.
Ungarische Produkte sind häufig billiger als die importierten Marken.
A Spar több mint 500 üzlettel rendelkezik Magyarország-szerte.
Der Spar mehr als 500 Geschäften verfügt Ungarn-weit.
Spar hat mehr als 500 Geschäfte in ganz Ungarn.
Az Árfigyelő árfigyelő rendszer segít az árak összehasonlításában.
Der Árfigyelő Preisüberwachungs System hilft die Preise vergleichen-in.
Das Árfigyelő-Preisüberwachungssystem hilft beim Vergleichen der Preise.
Übersetzungen und ihre Erläuterung
áruház – Kaufhaus
„Áruház“ setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen: „áru“ bedeutet „Ware“ und „ház“ bedeutet „Haus“. Ein „áruház“ ist also wörtlich ein „Warenhaus“, was im Deutschen einem „Kaufhaus“ entspricht.
vásárló – Käufer
„Vásárló“ leitet sich vom Verb „vásárol“ (kaufen) ab, das wiederum aus „vásár“ (Markt) und dem Suffix „-ol“ besteht, das eine Handlung beschreibt. Das Suffix „-ó“ bildet daraus ein Partizip Präsens, was „kaufend“ bedeutet. Ein „vásárló“ ist also jemand, der kauft.
fizetés – Bezahlung
„Fizetés“ ist eine Ableitung des Verbs „fizet“ (bezahlen). Das Suffix „-és“ bildet daraus ein Substantiv, das den Vorgang des Bezahlens beschreibt. Beispiele für „fizet“ in anderen Kontexten sind „fizető“ (Zahler) und „fizetési mód“ (Zahlungsweise).
készpénz – Bargeld
„Készpénz“ setzt sich aus „kész“ (fertig, bereit) und „pénz“ (Geld) zusammen. „Kész“ in diesem Kontext bedeutet „bereit“ im Sinne von „sofort verfügbar“. Beispiele für „kész“ sind „késztermék“ (Fertigprodukt) und „készlet“ (Vorrat). Beispiele für „pénz“ sind „pénztárca“ (Geldbörse) und „pénzváltó“ (Geldwechsler).
vásárlási lista – Einkaufsliste
„Vásárlási lista“ besteht aus „vásárlási“, dem Adjektiv von „vásárlás“ (Einkauf), und „lista“ (Liste). „Vásárlás“ leitet sich vom Verb „vásárol“ (kaufen) ab, und das Suffix „-ás“ bildet daraus ein Substantiv.
akciós termékek – Sonderangebote
„Akciós termékek“ setzt sich aus „akciós“ (reduziert, im Angebot) und „termékek“ (Produkte) zusammen. „Akciós“ leitet sich von „akció“ (Aktion, Angebot) ab, und das Suffix „-s“ bildet daraus ein Adjektiv.
bevásárló táska – Einkaufstasche
„Bevásárló táska“ besteht aus „bevásárló“, dem Adjektiv von „bevásárlás“ (Einkauf mit dem Hauptaugenmerk auf Lebensmittel und Haushaltsartikeln)), und „táska“ (Tasche). „Bevásárlás“ leitet sich vom Verb „bevásárol“ (einkaufen) ab, und das Suffix „-ás“ bildet daraus ein Substantiv.
árcédula – Preisschild
„Árcédula“ setzt sich aus „ár“ (Preis) und „cédula“ (Zettel) zusammen. Weitere Beispiele für „ár“ sind „árlista“ (Preisliste) und „árkülönbség“ (Preisunterschied).
vásárlás – Einkauf
„Vásárlás“ leitet sich vom Verb „vásárol“ (kaufen) ab. Das Suffix „-ás“ bildet daraus ein Substantiv, das den Vorgang des Kaufens beschreibt.
üzlet – Geschäft
„Üzlet“ ist ein eigenständiges Wort und lässt sich nicht weiter in bedeutungstragende Bestandteile zerlegen. Es bezeichnet ein „Geschäft“ oder einen „Laden“. Beispiele für „üzlet“ sind „üzletvezető“ (Geschäftsführer) und „üzletlánc“ (Handelskette).
nyitvatartási idő – Öffnungszeiten
„Nyitvatartási idő“ setzt sich aus „nyitvatartás“ (Öffnung) und „idő“ (Zeit) zusammen. „Nyitvatartás“ leitet sich vom Verb „nyit“ (öffnen) ab.