In Ungarn ist es nicht möglich, leere Gasflaschen im Handel zu erwerben – weder an Tankstellen noch in Supermärkten oder Baumärkten. Dies liegt am strengen Tauschsystem der Gasversorger wie MOL, Linde oder Primagáz, bei dem die Flaschen im Eigentum der Anbieter bleiben. Das System funktioniert so, dass man nur gegen Abgabe einer leeren, geprüften Flasche eine volle erhalten kann. Ein direkter Kauf ohne Rückgabe einer leeren Flasche ist nicht möglich, selbst wenn man bereit wäre, Pfand zu zahlen.
Die praktikabelste Lösung für Neuankömmlinge oder Personen ohne bestehende Gasflasche ist der Kauf einer gebrauchten Flasche von Privatpersonen. Auf Kleinanzeigen-Plattformen wie Jófogás oder Facebook Marketplace finden sich regelmäßig Angebote für gebrauchte Gasflaschen. Beim Kauf ist besonders auf das gültige Prüfdatum zu achten, das meist am Flaschenhals eingestanzt ist, da nur Flaschen mit aktueller Prüfung befüllt werden. Zudem muss die Flasche vom richtigen Anbieter stammen – eine MOL-Flasche kann nur bei MOL-Stationen getauscht werden, Linde-Flaschen nur bei entsprechenden Partnern.
Viele denken zunächst an den direkten Kauf bei Gasversorgern wie Linde Gaz oder Primagáz, doch diese verkaufen in der Regel keine leeren Flaschen an Privatpersonen. Das System ist streng reguliert, um die Sicherheit und regelmäßige Überprüfung der Flaschen zu gewährleisten. Hat man jedoch erst einmal eine gebrauchte, geprüfte Flasche erworben, kann man diese problemlos an den üblichen Stellen wie Tankstellen oder Baumärkten gegen volle Flaschen eintauschen und zahlt dabei nur den Preis für das Gas.
Für Auswanderer und Neuankömmlinge mag dieses System zunächst ungewöhnlich erscheinen, aber mit dem Kauf einer gebrauchten Flasche von Privatpersonen lässt sich die Hürde gut überwinden. Natürlich darf man sich dann nicht fragen, wo diese Flaschen herkommen.
Markus Messemer