Die Konsonantenangleichung (Assimilation) ist ein wichtiges Konzept in der ungarischen Sprache. Sie sorgt dafür, dass Wörter flüssiger ausgesprochen werden können. Dabei passt sich ein Konsonant an einen benachbarten Konsonanten an.
Beispiele
- olvas + -ják → olvassák (sie lesen es)
- barát + -val → baráttal (mit einem Freund)
- ház + -vá → házzá (zu einem Haus werdend)
- ez + -vel → ezzel (mit diesem)
Diese Verdopplung kann es manchmal schwierig machen, das ursprüngliche Wort zu erkennen, da es durch die Verdopplung verändert wird.
Konsonantenangleichung bei Zischlaut-Endungen
Verben, die auf einen Zischlaut enden (-s, -sz, -z, -zs, -dz), zeigen oft eine Gemination, wenn eine Endung hinzugefügt wird, die mit „j-“ beginnt. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Gemination nur auftritt, wenn der erste Buchstabe der Endung ein „j-“ ist.
Beispiele
Wenn ein Verbstamm auf einen dieser Zischlaute endet und eine Endung mit „-j“ folgt, verschmilzt das „j“ vollständig mit dem Zischlaut. Dies passiert in zwei Fällen:
-
Bestimmte Konjugation (Gegenwart):
-
Imperativ (Befehlsform):
Konsonantenangleichung bei Substantiven: Die Endungen -val/-vel und -vá/-vé
Die Konsonantengemination tritt auch bei Substantiven auf, insbesondere bei den Endungen -val/-vel („mit – instrumentaler Fall) und -vá/-vé (zu etwas werden – translativer Fall). Wenn diese Endungen an ein Substantiv angehängt werden, wird der „v“-Laut in der Endung durch den letzten Konsonanten des Wortstamms ersetzt und verdoppelt.
Beispiele
- barát + -val → baráttal (mit einem Freund)
- könyv + -vel → könyvvel (mit einem Buch)
- barátom + -val → barátommal (mit meinem Freund)
- könyveid + -vé → könyveiddé (zu deinen Büchern werdend)
Konsonantenangleichung bei Doppelkonsonanten
Achtung: Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Doppelkonsonanten aufeinander treffen. Im Ungarischen wird der erste Konsonant des doppelten Buchstabens zweimal geschrieben, aber nur der erste „Buchstabe“ des Doppelkonsonanten wird verdoppelt, um die Verdopplung anzuzeigen.
Beispiele
-
- színész + vel → színésszel (mit einem Schauspieler) – Hier wird der Doppelbuchstabe „sz“ verdoppelt, aber nur das „s“ wird dubliziert: „ssz“.
- tavasz + -val → tavasszal (mit dem Frühling) – Hier auch „ssz“ aus „sz“
- Gergely + -vel → Gergellyel (mit Gergely) – Hier wird der Doppelbuchstabe „ly“ verdoppelt, aber nur das „l“ wird doppelt geschrieben: „lly“.
Konsonantenangleichung bei den Demonstrativpronomen „ez“ und „az“
Wenn an ez (dieses) oder az (jenes) eine Endung angehängt wird, passt sich das „z“ des Pronomens an den Anfangsbuchstaben der Endung an.
- ez + -vel → ezzel (damit)
- az + -tól → attól (davon)
- az + -nak → annak (demjenigen)
Die „versteckte“ Angleichung beim Sprechen
Dieses Thema darf man mal gehört haben, es ist jedoch eher „Wissen für Fortgeschrittene“ und hier eher der Vollständigkeit halber aufgeführt. Neben der Angleichung, die man schreibt (wie oben beschrieben), gibt es im Ungarischen oft den Fall, dass Wörter anders ausgesprochen werden, als sie geschrieben stehen.
Der Grund ist einfach: Die Ungarn mögen es, wenn die Sprache flüssig läuft. Wenn zwei Konsonanten aufeinandertreffen, die schwer zusammen auszusprechen sind, „schummelt“ die Aussprache ein wenig, um die Zunge nicht zu verknoten. Die Schreibweise bleibt dabei aber unverändert. Deshalb spricht man egészség nicht buchstabengetreu, sondern fließend als [egésség] aus.
Merkregel für den Anfang: Lass dich nicht verwirren, wenn Muttersprachler ein Wort etwas anders aussprechen, als du es liest. Im Zweifel gilt für dich als Anfänger: Sprich es so aus, wie es geschrieben steht. Das ist nicht ganz falsch, es klingt nur manchmal etwas „deutlicher“ und weniger nuschelig als bei einem Muttersprachler.