Bildung von Adjektiven durch Endungen

Im Ungarischen gibt es verschiedene Möglichkeiten, Adjektive aus anderen Wortarten zu bilden, insbesondere aus Substantiven. Diese Adjektive verleihen den Wörtern zusätzliche Bedeutungsnuancen und ermöglichen es, Eigenschaften, Qualitäten oder Zugehörigkeiten auszudrücken. In diesem Artikel betrachten wir drei wichtige Endungen, die zur Bildung von Adjektiven im Ungarischen verwendet werden: -i, -s, und -só/-ső. Jede dieser Endungen hat ihre eigenen spezifischen Anwendungen, die wir im Folgenden detailliert untersuchen werden.

Bildung von Adjektiven aus Substantiven mit -i

Die Endung -i wird verwendet, um Adjektive zu bilden, die Zugehörigkeit oder Herkunft ausdrücken. Diese Adjektive entsprechen im Englischen oft Formulierungen wie „of“ oder „from“, zum Beispiel „Londoner“ (von London) oder „Sonntags-„ (von Sonntag).

Beispiele
  • sziget (Insel) → szigeti (Insel-, von der Insel stammend)
  • falu (Dorf) → falusi (Dorf-, ländlich)
  • hét (Woche) → heti (wöchentlich, von der Woche)
  • tavasz (Frühling) → tavaszi (Frühlings-, vom Frühling)
  • év (Jahr) → évi (jährlich, vom Jahr)

Diese Adjektive werden in der Regel verwendet, um die Herkunft, den Zeitpunkt oder den Ort zu beschreiben, von dem etwas stammt.

Bildung von Adjektiven aus Substantiven mit -s

Die Endungen -os, -es, -ös, und -as werden verwendet, um Adjektive zu bilden, die eine bleibende Eigenschaft oder Qualität ausdrücken. Diese Endungen entsprechen im Englischen häufig der Endung „-y“ oder „-ful“ und verleihen dem Substantiv eine adjektivische Form.

Beispiele
  • virág (Blume) → virágos (blumig, blühend)
  • íz (Geschmack) → ízes (schmackhaft, würzig)
  • szem (Auge) → szemes (augenreich, wachsam)
  • fény (Licht) → fényes (leuchtend, glänzend)
  • csend (Stille) → csendes (still, ruhig)

Diese Adjektive beschreiben oft Eigenschaften oder Qualitäten, die durch das ursprüngliche Substantiv nahegelegt werden.

Anwendung bei Zahlen

Die Endungen -os, -es, -ös, und -as können auch auf Zahlen angewendet werden, um Zahladjektive zu bilden. Diese Adjektive werden verwendet, um numerische Zuordnungen auszudrücken. Zu den Zahlen gibt es auch noch eine extra Lektion, in der das detaillierter erklärt ist.

Beispiele
  • egy (eins) → egyes (Nummer eins, erster)
  • négy (vier) → negyes (Nummer vier, vierter)
  • hét (sieben) → hetes (Nummer sieben, siebter)
  • nyolc (acht) → nyolcas (Nummer acht, achter)
  • tíz (zehn) → tízes (Nummer zehn, zehnter)

Diese Form wird häufig verwendet, um zu beschreiben, auf welcher Nummer, Etage oder Position etwas steht.

Bildung von Adjektiven des Vergleichs mit -só/-ső

Die Endungen -só und -ső werden verwendet, um einfache Adjektive des Vergleichs zu bilden. Diese Adjektive beschreiben oft eine Position, eine Richtung oder eine Rangordnung und werden verwendet, um die relative Lage oder Stellung von Objekten oder Konzepten zu vergleichen.

Beispiele
  • közép (Mitte) → középső (mittlerer)
  • kívül (außen) → külső (äußerer)
  • belül (innen) → belső (innerer)
  • fönt (oben) → felső (oberer)
  • lent (unten) → alsó (unterer)
  • hatul (hinten) → hátsó (hinterer)
  • elöl (vorne) → első (vorderster, erster)

Diese Adjektive werden häufig verwendet, um räumliche oder hierarchische Beziehungen zu beschreiben.

Bildung von Adjektiven mit -ú / -ű

Die Endungen -ú / -ű werden verwendet, um Adjektive zu bilden, die ausdrücken, dass jemand oder etwas ein Merkmal (Substantiv) einer bestimmten Art besitzt. Diese Art wird oft durch ein vorangehendes Adjektiv oder Zahlwort näher bestimmt. Sie entsprechen im Deutschen oft zusammengesetzten Adjektiven wie „langhaarig“ oder „blauäugig“.

Die Endung richtet sich nach der Vokalharmonie des Substantivs (-ú für tiefe Vokale, -ű für hohe Vokale). Wenn das Substantiv auf einen Vokal endet, lauten die Endungen -jú / -jű.

Beispiele
  • hosszú haj (langes Haar) → hosszú hajú (langhaarig)
  • kék szem (blaues Auge) → kék szemű (blauäugig)
  • jó szív (gutes Herz) → jószívű (gutherzig)
  • jó kedv (gute Laune) → jó kedvű (gut gelaunt)
  • nagy erő (große Kraft) → nagy erejű (stark, kräftig – Beispiel für -jű nach Vokal)

Diese Adjektive werden verwendet, um eine Person oder Sache anhand einer spezifischen Eigenschaft eines ihrer Merkmale genauer zu beschreiben.

Weitere Endungen zur Adjektivbildung

Neben den bereits genannten Endungen gibt es weitere Suffixe, um Adjektive aus anderen Wortarten (oft Substantiven oder Verben) zu bilden:

  • -tlan/-tlen (mit Varianten -atlan/-etlen): Drückt das Fehlen oder den Mangel von etwas aus (Gegenteil von -s), z.B. cukor (Zucker) → cukortalan (zuckerlos), ház (Haus) → hazátlan (heimatlos).
  • -nyi / -ni: Bezeichnet eine ungefähre Menge oder Größe, z.B. marok (Handvoll) → maroknyi (eine Handvoll), világ (Welt) → világnyi (weltgroß, sehr viel).
  • -beli: Drückt Zugehörigkeit zu einem Ort oder einer Zeit aus, oft spezifischer als -i, z.B. város (Stadt) → városbeli (städtisch, in der Stadt befindlich), tegnap (gestern) → tegnapbeli (gestrig), ház (Haus) → házbeli (im Haus befindlich)
  • -t / -tt (Partizip Perfekt): Bildet Adjektive aus Verben, die einen abgeschlossenen Zustand oder das Ergebnis einer Handlung beschreiben, z.B. ír (schreiben) → írott (geschrieben), főz (kochen) → főtt (gekocht).
  • -andó / -endő (Partizip Futur): Bildet Adjektive aus Verben, die Notwendigkeit oder Zukünftigkeit ausdrücken (etwas, das getan werden muss/soll), z.B. olvas (lesen) → olvasandó (zu lesend), megold (lösen) → megoldandó (zu lösend).
  • -ható / -hető (Potentialpartizip): Bildet Adjektive aus Verben, die Möglichkeit oder Fähigkeit ausdrücken (etwas, das getan werden kann), z.B. lát (sehen) → látható (sichtbar), ehet (essen) → ehető (essbar).
  • -ó / -ő (Partizip Präsens): Bildet Adjektive (oder Substantive) aus Verben, die eine andauernde Handlung oder Eigenschaft beschreiben, z.B. olvas (lesen) → olvasó (lesend), repül (fliegen) → repülő (fliegend).
  • -ékony / -ékeny: Drückt eine Neigung oder Fähigkeit für etwas aus, oft von Verben gebildet, z.B. felejt (vergessen) → feledékeny (vergesslich), hat (wirken) → hatékony (effizient), érzékeny (empfindlich – von érezni, fühlen).
Markus Messemer

Meine Meinung zu den wichtigsten Punkten

Du kannst Adjektive aus Substantiven bilden, um Dinge wie Herkunft, Eigenschaften oder Zugehörigkeit zu beschreiben. Drei wichtige Endungen dabei sind -i, -s, und -só/-ső.

Mit -i machst du Adjektive, die zeigen, woher etwas kommt oder wozu es gehört, ähnlich wie „Londoner“ oder „jährlich“ im Deutschen. Mit -s (inklusive Varianten wie -os, -es) drückst du bleibende Eigenschaften aus, also etwa „blumig“ oder „still“. Und mit -só/-ső kannst du Adjektive bilden, die eine Rangordnung oder Position beschreiben, wie „oberer“ oder „mittlerer“.

Markus Messemer

Wer schreibt, der bleibt

Schreibe diese Sätze für dich auf, um ein Gefühl dafür zu bekommen.

  1. A szigeti ház nagyon régi.
    (Das Haus auf der Insel ist sehr alt.)
  2. A falusi emberek kedvesek.
    (Die Dorfleute sind freundlich.)
  3. A heti találkozó pénteken lesz.
    (Das wöchentliche Treffen ist am Freitag.)
  4. A virágos kert gyönyörű.
    (Der blumige Garten ist wunderschön.)
  5. A csendes szoba tökéletes a pihenéshez.
    (Das stille Zimmer ist perfekt zum Ausruhen.)
  6. Az első emeletre megyek.
    (Ich gehe in den ersten Stock.)
Markus Messemer

Beispielsätze

  • A tavaszi időjárás sokszor változékony, ezért mindig legyen nálad egy esernyő.
    (Das Frühlingswetter ist oft wechselhaft, deshalb solltest du immer einen Regenschirm dabeihaben.)
  • A külső ajtó mindig zárva van, amikor nem vagyunk otthon.
    (Die äußere Tür ist immer geschlossen, wenn wir nicht zu Hause sind.)
  • Az alsó polcra tettem a könyveket, hogy könnyen elérhetőek legyenek.
    (Ich habe die Bücher auf das untere Regal gestellt, damit sie leicht erreichbar sind.)
  • A középső gyerek szereti a csendes sarkot a házban.
    (Das mittlere Kind mag die stille Ecke im Haus.)
  • A felső szintre csak a hétvégeken megyek, amikor több időm van.
    (In die obere Etage gehe ich nur an den Wochenenden, wenn ich mehr Zeit habe.)
Markus Messemer