Geldautomaten in Ungarn

Es ist kein Geheimnis, dass Bargeld in Ungarn immer noch eine große Rolle spielt, selbst wenn Kartenzahlungen immer häufiger werden. Als Deutscher in Ungarn, ob mit oder ohne ungarisches Konto, ist es gut zu wissen, wie du am einfachsten an Bargeld kommst und dabei die Gebühren gering hältst. Dieser Artikel gibt dir praktische Tipps für Geldautomaten (ATMs) in Ungarn.

In Ungarn findest du ein gut ausgebautes Geldautomaten-Netzwerk. Die großen ungarischen Banken wie OTP Bank, K&H Bank, Erste Bank, Raiffeisen Bank, UniCredit Bank, CIB Bank, MBH Bank und Gránit Bank betreiben die meisten Geldautomaten. Die OTP Bank hat dabei das größte Netzwerk im Land.

Unabhängige Geldautomaten-Betreiber gibt es auch, der bekannteste ist Euronet. Du findest diese Automaten oft an touristischen Hotspots, Bahnhöfen oder in Einkaufszentren. Sei hier jedoch besonders aufmerksam, da Euronet-Automaten tendenziell höhere Gebühren und schlechtere Wechselkurse anbieten.

Wo findest du einen Geldautomaten?

In Budapest und anderen Großstädten sind Geldautomaten sehr weit verbreitet – du findest sie an Bankfilialen, in Einkaufszentren, an Hauptverkehrsadern und sehr oft auch an Supermärkten. Auch in kleineren Gemeinden gibt es wieder mehr und mehr Geldautomaten. Die ungarische Regierung hat dafür ein neues Dekret erlassen, um sicherzustellen, dass bald jeder Ort in Ungarn Zugang hat, was die Bargeldversorgung flächendeckend verbessert.

Um einen Geldautomaten in deiner Nähe zu finden, kannst du die ATM-Suchfunktion auf den Webseiten der großen Banken nutzen. Alternativ bieten auch die Kartenanbieter Visa und Mastercard Online-Suchfunktionen für Automaten an.

Gebühren vermeiden: So hältst du die Kosten gering

Die Gebührenstruktur an ungarischen Geldautomaten kann je nach deiner Situation – ob du ein ungarisches oder deutsches Konto besitzt – variieren. Hier sind die besten Strategien, um unnötige Kosten zu vermeiden:

Für Inhaber eines deutschen Kontos (ohne ungarisches Konto)

Wenn du mit deiner deutschen Debit- (Girocard) oder Kreditkarte Geld abhebst, gibt es zwei goldene Regeln:

  1. Wähle immer die Abrechnung in Ungarischen Forint (HUF)! Wenn der Geldautomat dich fragt, ob du in Euro oder Forint abrechnen möchtest (dies ist die sogenannte Dynamische Währungsumrechnung oder DCC), wähle immer Forint (HUF). Andernfalls rechnet der Geldautomat selbst zu einem oft sehr ungünstigen Kurs um, und du zahlst drauf. Lass deine eigene Bank in Deutschland die Umrechnung vornehmen – deren Kurse sind fast immer besser.
  2. Bevorzuge Automaten von großen Banken. Geldautomaten von Banken wie OTP, K&H, Erste oder Raiffeisen berechnen in der Regel keine direkten Abhebegebühren für ausländische Karten. Die Gebühr, die du möglicherweise zahlen musst, kommt dann von deiner eigenen deutschen Bank für die Auslandsabhebung, was lt. Berichten unserer Nutzer jedoch auch durchaus auch mal 9,00€ sein kann.. Jedoch sollte diese Gebühr geringer sein als die hohen Aufschläge, die unabhängige Betreiber wie Euronet verlangen. Euronet-Automaten solltest du nach Möglichkeit meiden, da sie oft ungünstige Kurse und zusätzliche Gebühren verlangen.

Für Inhaber eines ungarischen Kontos

Wenn du ein ungarisches Bankkonto besitzt, profitierst du, unabhängig vom bewusst zu wählenden Kontomodell, von einer besonderen Regelung:

  • Zwei kostenlose Abhebungen pro Monat: Gemäß einem ungarischen Gesetz (Abschnitt 36/A des Gesetzes LXXXV von 2009) hast du das Recht auf zwei kostenlose Bargeldabhebungen pro Monat von jedem Geldautomaten in Ungarn, solange der Gesamtbetrag 150.000 Forint nicht überschreitet. Um dieses Recht in Anspruch zu nehmen, musst du eine entsprechende Erklärung bei deiner Bank einreichen. Frage einfach bei deiner ungarischen Bank nach der „ingyenes készpénzfelvételi nyilatkozat“ (Erklärung zur kostenlosen Bargeldabhebung).
  • Gebühren über dem Freibetrag: Sobald du die zwei kostenlosen Abhebungen oder den Betrag von 150.000 Forint überschreitest, fallen bankübliche Gebühren an. Diese können als Fixbetrag oder als prozentualer Betrag oder als eine Kombination aus beiden ausgelegt sein und variieren je nach Bank und deinem spezifischen Kontopaket. Da können durchaus mal 4.000 Forint bei einer Abhebung von 300.000 Forint anfallen. Somit solltest du direkt beim Einrichten eines Kontos danach schauen, wenn du öfters Geld in bar am Automaten holen möchtest. Wer regelmäßig größere Mengen Bargeld abheben möchte, sollte sich mal die Tarife der CIB-Bank anschauen. Da kosten 400.000 Forint aktuell am bankeigenen Automat 1160 Forint Gebühr.

Bargeldbezug mit Wise und Revolut – Die genauen Kosten

Während die Regeln für traditionelle Bankkonten klar sind, verfolgen die beliebten Neo-Banken Wise und Revolut eigene, mehrstufige Gebührenmodelle, die du genau kennen solltest. Gerade wenn du in Ungarn ansässig bist, gibt es hier wichtige Besonderheiten.

Wise – Das Modell mit der Ungarn-spezifischen Zusatzgebühr

Wise hat sein Gebührenmodell für in Ungarn registrierte Kunden angepasst, um einer lokalen Steuer nachzukommen. Das musst du wissen:

    • Kostenloses Limit: Du kannst pro Monat bis zu zwei Abhebungen tätigen, solange der Gesamtbetrag 150.000 HUF (oder den Gegenwert in einer anderen Währung) nicht überschreitet. Dies ist eine positive Anpassung an die ungarische Gesetzgebung.
    • Gebühren nach dem Limit: Sobald du entweder die Anzahl (dritte Abhebung) oder den Gesamtbetrag (über 150.000 HUF) überschreitest, fallen Gebühren an. Diese setzen sich aus einer fixen Gebühr (oft um die 200 HUF) und einer variablen Gebühr (ca. 1,75 %) zusammen.
    • Die zusätzliche Transaktionssteuer (0,9 %): Wenn du in Ungarn wohnhaft bist, erhebt Wise seit Anfang 2025 eine zusätzliche Gebühr von 0,9 % auf alle Bargeldabhebungen, die dein kostenloses Limit überschreiten. Diese Gebühr kommt zur bereits bestehenden variablen Gebühr hinzu und verteuert Abhebungen über dem Freibetrag somit spürbar.
Revolut – Das Standardmodell mit klaren Grenzen

Revolut behält sein internationales Standardmodell bei, das je nach gewähltem Abo-Plan variiert. Für dein kostenloses Standard-Konto gilt:

    • Kostenloses Limit: Du kannst pro Monat bis zu 75.000 HUF oder maximal fünf Abhebungen kostenlos tätigen – je nachdem, welche Grenze zuerst erreicht wird.
    • Gebühren nach dem Limit: Sobald du eine der beiden Grenzen überschreitest, fällt auf jede weitere Abhebung in diesem Monat eine Gebühr von 2 % des abgehobenen Betrags fällig (mindestens jedoch 400 HUF).
    • Keine besondere Ungarn-Gebühr: Im Gegensatz zu Wise gibt es bei Revolut aktuell keine spezifische Zusatzgebühr für ungarische Kunden. Allerdings ist das kostenlose Abhebelimit im Standard-Abo mit 75.000 HUF auch nur halb so hoch wie bei Wise.
Wichtig für beide Anbieter

Diese Gebühren sind nur die, die von Wise oder Revolut selbst erhoben werden. Die Zusatzgebühren von Automatenbetreibern wie Euronet und die Kostenfalle der Dynamic Currency Conversion (DCC) kommen immer noch obendrauf. Diese solltest du unbedingt vermeiden!

Fazit

Letztendlich ist es ganz einfach, in Ungarn kostengünstig an Bargeld zu kommen, wenn man die Spielregeln kennt. Die beiden wichtigsten Grundsätze sind, unabhängige Betreiber wie Euronet zu meiden und bei der Abhebung mit einer ausländischen Karte immer die lokale Währung Forint (HUF) zu wählen. Für Inhaber ungarischer Konten ist die Erklärung zur kostenlosen Abhebung der Schlüssel zum Sparen. Mit diesen Tipps im Hinterkopf wird der Gang zum Geldautomaten zur stressfreien Routine ohne teure Überraschungen.

Markus Messemer