Führerschein in Ungarn – alles was du wissen musst

Du bist nach Ungarn ausgewandert und fragst dich, was mit deinem Führerschein passiert? Keine Sorge, wir erklären dir alles Wichtige.

Um was geht es?

In diesem Artikel erfährst du, wie du deinen Führerschein in Ungarn umschreiben lässt, wie du ihn um eine weitere Klasse erweiterst, wie lange er gültig ist und was du sonst noch beachten musst. Wir gehen auf die Unterschiede zwischen EU- und Nicht-EU-Führerscheinen ein und zeigen dir Schritt für Schritt, was zu tun ist.

Markus Messemer

Du bist aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz nach Ungarn ausgewandert?

Dann wirst du dich früher oder später darum kümmern müssen, deinen Führerschein in einen ungarischen umzuschreiben. Keine Sorge – mit den richtigen Informationen und ein wenig Vorbereitung ist das gar nicht kompliziert. In diesem Leitfaden erklären wir dir Schritt für Schritt, was zu tun ist, welche Besonderheiten es für österreichische Code-111– und deutsche B196-Führerscheine gibt, und wie du dich am besten vorbereitest. Los geht’s!

Muss ich meinen Führerschein wirklich umschreiben?

Grundsätzlich gilt: EU-Führerscheine werden in Ungarn anerkannt. Du kannst also mit deinem deutschen oder österreichischen Führerschein erst einmal ganz normal in Ungarn Auto fahren. Aber: Je nach Führerschein gelten bestimmte Fristen, bis wann du ihn in einen ungarischen Schein umtauschen musst:

  • Führerschein mit Ablaufdatum: Hat dein EU-Führerschein ein Ablaufdatum (z. B. neue Scheckkartenführerscheine mit 15 Jahren Gültigkeit), darfst du ihn bis zum Ablauf in Ungarn nutzen. Spätestens wenn er abläuft, musst du ihn in einen ungarischen Führerschein umschreiben lassen. Natürlich kannst du auch freiwillig schon früher umtauschen, wenn du möchtest.

  • Führerschein ohne Ablaufdatum: Ältere Führerscheine (oft Papierführerscheine) haben kein Ablaufdatum. In Ungarn sind solche unbefristeten Fahrerlaubnisse nur bis zu 2 Jahre nach deiner Anmeldung als Wohnsitz gültig. Danach verlierst du ohne Umschreibung deine Fahrberechtigung. Das bedeutet: Wenn du mit einem alten unbefristeten Führerschein nach Ungarn kommst, spätestens zwei Jahre nach deinem Umzug musst du ihn gegen einen ungarischen eintauschen, damit du legal weiterfahren darfst.

Tipp: Hast du einen alten Führerschein (grau/rosa Papier) ausgestellt vor 2013? Du könntest schon vor dem Umzug einen neuen EU-Kartenführerschein beantragen. So hast du ein aktuelles Dokument mit Ablaufdatum – das verschafft dir ggf. mehr Zeit in Ungarn. Spätestens bis 19.01.2033 müssen ohnehin alle alten Führerscheine EU-weit umgetauscht werden.

Sonderfall Schweiz

Als Schweizer Staatsbürger besitzt du keinen EU-Führerschein. In Ungarn (wie in allen EU-Staaten) gilt eine außerhalb der EU ausgestellte Fahrerlaubnis normalerweise nur 6 Monate ab Ansiedlung. Danach ist ein Umtausch verpflichtend. Beachte, dass beim Umschreiben eines Schweizer Führerscheins (Nicht-EU) in der Regel eine theoretische und praktische Prüfung in Ungarn erforderlich ist. Informiere dich frühzeitig über die genauen Bedingungen, wenn du mit einem Schweizer Führerschein nach Ungarn kommst.

Ablauf der Umschreibung in Ungarn

Hast du die Fristen im Blick und dich entschlossen, deinen Führerschein umzuschreiben? Dann kommen hier die guten Nachrichten: Besitzt du einen EU-Führerschein, ist der Prozess relativ unkompliziert – es ist keine erneute Fahrprüfung nötig! Du reichst nur ein paar Dokumente ein und erhältst nach Bearbeitungszeit deinen ungarischen Führerschein. So gehst du vor:

Benötigte Unterlagen

Für die Umschreibung eines EU-Führerscheins in Ungarn musst du bei der zuständigen Behörde (in Ungarn meist ein Kormányablak, also Bürgerservice-Stelle) einen Antrag stellen. Diese Dokumente solltest du vorbereiten und mitnehmen:

  • Gültiger Führerschein: Dein aktueller EU-Führerschein (Original).
  • Ausweis: Personalausweis oder Reisepass (zur Identifikation).
  • Meldebescheinigung in Ungarn: Zum Nachweis deines Wohnsitzes in Ungarn. In der Regel ist das deine ungarische Adresseinmeldung – oftmals in Form der Lakcímkártya (Wohnsitzkarte) und ggf. der EWR-Registrierungsbescheinigung.
  • Biometrisches Passfoto: Manchmal wird ein aktuelles Passfoto benötigt (oft wird aber vor Ort ein digitales Foto gemacht – erkundige dich im Voraus).
  • Ärztliches Attest (falls nötig): Falls dein Führerschein kurz vor dem Ablauf steht oder bereits abgelaufen ist, benötigst du ein ärztliches Gutachten über deine Fahrtauglichkeit. Für LKW/Bus-Klassen oder höhere Altersgruppen (was durchaus auch mal ab 50 sein kann) kann ebenfalls ein Gesundheitsnachweis verlangt werden.

Hinweis: Sollte dein Führerschein verloren gegangen oder gestohlen sein, brauchst du eine polizeiliche Verlustmeldung statt des Führerscheins. In Sonderfällen können weitere Dokumente nötig sein – die Behörde informiert dich dazu im Detail.

Wichtiger Tipp für deutsche Staatsbürger: Erledige den Umtausch am besten direkt bei der spezialisierten Fachbehörde in Budapest. Viele Expats berichten, dass man dort am kompetentesten mit ausländischen Dokumenten umgeht: Anschrift: 1139 Budapest, Teve utca 1a-c.
Dies gilt oft als die zentrale Anlaufstelle für Ausländer, was den Prozess beschleunigt und Unklarheiten vermeiden kann.

Schritt für Schritt zum ungarischen Führerschein

  1. Informieren und Termin vereinbaren: Erkundige dich bei deinem örtlichen Kormányablak nach den genauen Anforderungen. Oft ist es hilfreich, online einen Termin zu vereinbaren, um Wartezeiten zu vermeiden.

  2. Unterlagen vorbereiten: Sammle alle benötigten Dokumente (siehe oben). Mach sicherheitshalber Kopien von deinem bisherigen Führerschein – du gibst das Original nämlich ab. Denke auch an die ärztliche Bescheinigung (siehe unten).

  3. Antrag stellen: Gehe zum vereinbarten Termin zur Behörde. Dort füllst du den Antrag auf Führerscheinumschreibung aus. Falls du Hilfe beim Ungarischen brauchst, nimm einen Freund oder Übersetzer mit – meist sprechen die Beamten aber auch etwas Englisch oder Deutsch.

  4. Gebühr bezahlen: Beim Antragstellen fällt eine Gebühr an. Diese liegt üblicherweise zwischen 10.000 und 20.000 Forint (ca. 25–50 €), je nach Bundesland/Kreis und ob z. B. ein neues Foto gemacht wird. Bezahlen kannst du oft direkt vor Ort (Bar oder Karte) oder per Überweisung – frag am Schalter nach, was bevorzugt wird.

  5. Alten Führerschein abgeben: Dein bisheriger Führerschein wird einbehalten und von den ungarischen Behörden an das Ausstellerland zurückgeschickt. Du darfst rechtlich nämlich nicht zwei Führerscheine gleichzeitig besitzen. In der Zwischenzeit bekommst du auf Wunsch eine Bescheinigung, dass du eine gültige Fahrerlaubnis beantragt hast – erkundige dich, ob du ein vorläufiges Dokument für die Übergangszeit erhalten kannst, um weiterhin fahren zu dürfen.

  6. Warten auf den neuen Führerschein: Die Bearbeitung dauert in der Regel etwa 2 bis 4 Wochen. In manchen Fällen kann es auch bis zu 6 Wochen dauern, je nachdem ob alle Unterlagen vollständig sind und wie schnell die Kommunikation mit den deutschen/österreichischen Behörden läuft. Hab ein wenig Geduld – der Antrag wird intern geprüft und dein ungarischer Führerschein wird produziert.

  7. Abholen des ungarischen Führerscheins: Sobald dein neuer EU-Führerschein (ausgestellt von Ungarn) fertig ist, wirst du benachrichtigt oder kannst online den Status prüfen. Du kannst den Führerschein dann bei der Behörde abholen (manchmal wird er auch per Post zugestellt). Überprüfe gleich, ob alle Kategorien korrekt übernommen wurden.

Gut zu wissen: Ein ungarischer Führerschein der Klasse B (Pkw) ist in der Regel 10 Jahre gültig (bei Fahrer*innen unter 50 Jahren). Bei älteren Personen oder bestimmten gesundheitlichen Auflagen kann die Geltungsdauer kürzer sein (z. B. 5 Jahre). Vergiss also nicht, deinen neuen Führerschein regelmäßig auf das Ablaufdatum zu kontrollieren – sonst musst du rechtzeitig eine Verlängerung mit Gesundheitscheck beantragen.

Die ärztliche Untersuchung: Kosten und Staffelung

Bevor du zum Amt gehst, führt dich der Weg in der Regel zum Hausarzt (háziorvos). Dieser prüft deine Fahrtauglichkeit (Sehkraft, Blutdruck, allgemeiner Check). Die Kosten für dieses Attest (alkalmassági vélemény) sind in Ungarn gesetzlich geregelt und nach Alter gestaffelt – je älter du bist, desto günstiger wird es paradoxerweise:

  • Bis 50 Jahre: 7.200 HUF
  • 50 bis 60 Jahre: 4.800 HUF
  • 60 bis 70 Jahre: 2.500 HUF
  • Ab 70 Jahre: 1.700 HUF

Wichtig für LKW-Klassen: Wenn du die Berechtigungen der alten Klasse 3 (C1/C1E) behalten möchtest, musst du dies dem Arzt explizit sagen. Für diese „Berufskraftfahrer-Eignung“ (Kategorie 2) können die Anforderungen strenger sein, die Gebührenstruktur bleibt jedoch ähnlich günstig.

Ein kleiner Tipp am Rande: Achte darauf, dass der Arzt das Ergebnis direkt digital im System hinterlegt. Das spart Zeit und ist die Voraussetzung dafür, dass du den Führerschein später vielleicht sogar bequem (und kostenlos) online verlängern kannst.

Sonderfall „Alte Klasse 3“: Was passiert mit dem 7,5-Tonner (C1/C1E)?

Viele Deutsche, die nach Ungarn ziehen – insbesondere Rentner – besitzen noch den „alten grauen oder rosa Lappen“ (Klasse 3). Wer vor dem 31. Dezember 1998 den „Autoführerschein“ gemacht hat, darf bekanntlich auch von LKWs bis 7,5 Tonnen fahren(entspricht den heutigen EU-Klassen C1 und C1E).

Geht diese Berechtigung bei der Umschreibung in Ungarn verloren?

Die beruhigende Antwort lautet: Nein, grundsätzlich bleiben diese Klassen erhalten. In der EU gilt der sogenannte Besitzstandsschutz. Das bedeutet, Berechtigungen, die du in deinem Heimatland erworben hast, müssen bei der Umschreibung in einen anderen EU-Führerschein anerkannt werden. Die alte Klasse 3 wird also in den ungarischen Führerschein in die Klassen B, BE, C1 und C1E (und oft CE mit Beschränkung 79) übertragen.

Aber Achtung – es gibt einen Haken beim ärztlichen Attest

Während der normale PKW-Führerschein (Klasse B) in Ungarn meist für 10 Jahre verlängert wird (je nach Alter), gelten für die LKW-Klassen (C1, C1E) oft kürzere ärztliche Fristen (in der Regel 5 Jahre).

Das musst du tun, wenn du die 7,5t-Klasse behalten willst

Wenn du zum ungarischen Arzt gehst, um dein Gesundheitsattest für die Umschreibung zu holen, musst du ausdrücklich sagen, dass du auch die LKW-Klassen (C-Kategorien) behalten möchtest. Der Arzt muss dann eine entsprechende Eignung (oft strengere Kriterien als beim PKW) bescheinigen. Legst du bei der Behörde nur ein „normales“ Attest für PKW vor, kann es passieren, dass die Behörde die Klassen C1/C1E im neuen Führerschein nicht aktiviert oder deren Gültigkeit bereits als abgelaufen einträgt.

Unser Tipp: Überlege dir, ob du die Erlaubnis für 7,5-Tonner wirklich noch benötigst (wobei man sie sich im Normlfall ja nicht austragen lassen würde). Falls ja, achte penibel darauf, dass das ärztliche Gutachten dies abdeckt und kontrolliere bei der Abholung des neuen Führerscheins sofort, ob die Klassen C1 und C1E auf der Rückseite eingetragen sind.

Große LKW-Klassen (C, CE): Kann ich meinen deutschen Schein nur „verlängern“?

Vielleicht möchte man gar keinen ungarischen Führerschein, sondern nur meinen deutschen LKW-Führerschein verlängern lassen. Geht das?“

Hier müssen wir mit einem weit verbreiteten Irrtum aufräumen: Nein, das geht leider nicht. Innerhalb der EU gilt das Wohnsitzprinzip. Das bedeutet:

  • Zuständigkeit: Sobald du deinen festen Wohnsitz (Lebensmittelpunkt) in Ungarn hast, sind die ungarischen Behörden für dich zuständig. Die deutschen Behörden dürfen für Personen im Ausland keine Führerscheine mehr ausstellen oder verlängern.
  • Der „Umtausch-Zwang“ bei Ablauf: Eine Verlängerung wird in Ungarn rechtlich immer als Umtausch (Honosítás) behandelt. Du gibst dein deutsches Dokument ab und erhältst eine ungarische Karte.
  • Ärztliches Attest der Gruppe 2: Für die „großen“ Klassen (C, CE) reicht das normale Pkw-Attest nicht aus. Du musst beim Hausarzt ausdrücklich eine Untersuchung der Gruppe 2 (2. csoportú orvosi vélemény) verlangen. Diese ist etwas umfangreicher und für LKW-Fahrer zwingend vorgeschrieben.

Wichtig für Berufskraftfahrer: Wenn du den LKW gewerblich nutzt, benötigst du zusätzlich die ungarische GKI-Karte (das Gegenstück zur deutschen „Schlüsselzahl 95“). Deine deutsche Qualifikation wird beim Umtausch anerkannt, sofern sie noch gültig ist. Sollte sie abgelaufen sein, musst du in Ungarn eine GKI-Weiterbildung inklusive einer (meist computergestützten) Prüfung absolvieren.

Sonderfall: Wohnsitz noch in Deutschland?

Falls du offiziell noch in Deutschland gemeldet bist und deinen deutschen LKW-Führerschein behalten möchtest, musst du zur Verlängerung nach Deutschland reisen. Die deutsche Botschaft in Ungarn ist dafür nicht zuständig und kann keine Führerscheinangelegenheiten bearbeiten. Beachte dabei, dass du den Antrag persönlich bei deiner örtlichen Führerscheinstelle stellen musst und auch die ärztlichen Gutachten (Gruppe 2) zumeist nur von in Deutschland zugelassenen Medizinern anerkannt werden.

Zusätzliche Fahrschulbesuche für bestimmte Erweiterungen

Möchtest du deinen Führerschein in Ungarn von Klasse B (Auto) auf BE oder B96 erweitern, ist in jedem Fall ein Besuch der Fahrschule erforderlich. Für die Klasse BE (Anhängerführerschein) musst du eine vollständige Ausbildung in Theorie und Praxis absolvieren und eine praktische Prüfung ablegen. Für die Klasse B96 (spezielle Anhängerregelung) ist ein spezieller Kurs in der Fahrschule notwendig, der sowohl Theorie- als auch Praxisunterricht beinhaltet. Eine abschließende Prüfung ist für B96 nicht erforderlich; die erfolgreiche Teilnahme am Kurs ist ausreichend.

Praktisch ist, dass du sowohl den Unterricht als auch die Prüfungen auf Deutsch absolvieren kannst. Einige Fahrschulen in Ungarn bieten den KRESZ-Kurs (Theorie), den Erste-Hilfe-Kurs und die Fahrstunden in deutscher Sprache an. Auch die Theorieprüfung kannst du auf Deutsch ablegen, da die Prüfungsfragen seit 2018 offiziell auf Deutsch verfügbar sind

Achtung: 125er Motorräder und nationale Sonderrechte (Code 111 & B196)

Du hast in Österreich den Code 111 oder in Deutschland die Schlüsselzahl B196 auf deinem Führerschein? Diese Berechtigungen erlauben es dir, mit einem Autoführerschein 125ccm-Leichtmotorräder zu fahren – in deinem Heimatland. Hier ist besondere Vorsicht geboten, denn beim Umtausch deines Führerscheins in Ungarn gehen diese nationalen Sonderrechte verloren.

Was bedeuten Code 111 und B196?

  • Österreich – Code 111: Wenn du mindestens 5 Jahre den B-Führerschein hast und eine spezielle 6-stündige Fahrerschulung absolviert hast, bekommst du in Österreich den Code 111 in deinen Führerschein eingetragen. Damit darfst du in Österreich Leichtmotorräder bis 125 cm³ und 11 kW mit deinem B-Führerschein fahren – ohne eine eigene Motorradprüfung für A1 abzulegen. Wichtig: Code 111 ist rein national. Außerhalb Österreichs wird diese Eintragung nicht als A1-Führerscheinklasse anerkannt.

  • Deutschland – Schlüsselzahl 196 (B196): Ähnlich gibt es in Deutschland seit 2020 die Möglichkeit, nach einer Fahrerschulung (ohne Prüfung) die Schlüsselzahl 196 auf dem Führerschein zu erhalten. Diese berechtigt dich in Deutschland, mit dem B-Führerschein Leichtkrafträder bis 125 cm³ zu führen. Auch B196 ist nur in Deutschland gültig und stellt keine vollwertige A1-Klasse dar.

Was passiert in Ungarn?

Beim Umschreiben deines Führerscheins übernimmt die ungarische Behörde nur die regulären Fahrerlaubnisklassen, die EU-weit gelten. Nationale Codes wie 111 oder 196 werden nicht auf den ungarischen Führerschein übertragen, da es hierfür keine EU-weit harmonisierte Regelung gibt (zumindest noch nicht – die EU arbeitet an einer Vereinheitlichung, aber aktuell ist es nicht umgesetzt). Konkret bedeutet das:

  • Hast du nur einen B-Führerschein mit Code 111 oder B196, erhältst du in Ungarn einen Führerschein nur mit Klasse B. Deine Berechtigung, 125er-Motorräder zu fahren, ist damit in Ungarn erlöschen. Du darfst dann nur noch 50 cm³ (Moped) mit der Klasse AM fahren oder musst auf ein Auto beschränkt bleiben, sofern du nicht eine Motorrad-Prüfung ablegst.
  • Wundere dich also nicht: Auf deinem neuen ungarischen Führerschein wirst du keinen Vermerk mehr finden, der dir das Führen von Leichtmotorrädern erlaubt. Das ist kein Fehler, sondern entspricht den Vorschriften.

Hinweis für B-125 Fans: In einigen EU-Ländern dürfen Autofahrer generell 125er fahren, in anderen (wie Ungarn bisher) nicht. Ungarn erkennt B111 aus Österreich oder B196 aus Deutschland derzeit nicht an. Wenn du also auch in Ungarn oder generell EU-weit ein 125ccm-Motorrad fahren möchtest, brauchst du die Klasse A1 (oder A2/A) offiziell auf deinem Führerschein.

Praktische Tipps zur Vorbereitung

Zum Schluss noch ein paar Tipps, wie du dich optimal vorbereiten kannst, damit die Umschreibung reibungslos klappt – und du alle deine gewünschten Fahrberechtigungen behältst:

  • 125er-Berechtigung sichern: Wenn es dir wichtig ist, auch künftig ein 125ccm-Bike fahren zu dürfen, solltest du überlegen, vor dem Umzug die Klasse A1 zu machen. Mit einer regulären A1-Fahrerlaubnis (die eine Prüfung erfordert) hast du ein EU-weites Recht auf 125er – diese Klasse wird beim Umschreiben natürlich übernommen. Alternativ kannst du auch in Ungarn die A1-Prüfung ablegen, falls du schon hier bist – beachte aber, dass Theorie und Praxis dann auf Ungarisch stattfinden (es gibt jedoch Fahrschulen, die Englisch oder sogar Deutsch unterstützen).
  • Timing ist alles: Plane den Führerschein-Umtausch gut ein. Da du deinen alten Führerschein abgeben musst und die Ausstellung etwas dauert, erledige das am besten in einer Zeit, in der du nicht dringend auf dein Auto angewiesen bist oder keinen Urlaub mit dem Auto im Ausland geplant hast. Im Notfall erkundige dich nach einer vorläufigen Fahrberechtigung für die Wartezeit.
  • Keine Panik bei Prüfungen: Solltest du aus der Schweiz oder einem anderen Nicht-EU-Land kommen und in Ungarn eine Theorie- und Praxisprüfung ablegen müssen – keine Angst. Informiere dich über zugelassene Fahrschulen, die dich auf Englisch oder Deutsch vorbereiten können. Mit etwas Übung schaffst du auch diesen Schritt und bekommst dann den voll gültigen ungarischen Führerschein.
  • Kosten und Ärztliche Untersuchung einplanen: Halte etwas Bargeld oder eine Bankkarte für die Gebühren bereit (in Forint). Falls du älter bist (über 40/50 je nach Kategorie) oder dein alter Führerschein abgelaufen ist, plane auch einen Arztbesuch für das notwendige Gesundheitsattest ein. Dieses Attest kannst du oft bei speziellen Verkehrsmedizinern in Ungarn machen lassen.
  • Bleib geduldig und freundlich: Die ungarischen Behörden-Mitarbeiter sind in der Regel hilfsbereit. Auch wenn es vielleicht Sprachbarrieren gibt, mit Geduld und einem Lächeln kommst du weiter. Ein paar ungarische Höflichkeitswörter können Wunder wirken.

Fazit: Mit dem ungarischen Führerschein bist du auf der sicheren Seite!

Der Schritt, deinen DACH-Führerschein in einen ungarischen umzuschreiben, mag zunächst bürokratisch klingen, bringt aber auch Vorteile. Du erfüllst damit die gesetzlichen Vorgaben, vermeidest mögliche Strafen für Fahren ohne gültige Berechtigung und erhältst ein aktuelles EU-Dokument, das in ganz Europa anerkannt ist. Sobald du deinen ungarischen Führerschein in den Händen hältst, bist du auf Ungarns Straßen (und darüber hinaus) auf der sicheren Seite.

Also nur Mut – mit etwas Vorbereitung ist die Umschreibung schnell gemeistert. Danach kannst du dich voll und ganz auf dein neues Leben in Ungarn konzentrieren und die Freiheit auf der Straße genießen. Gute Fahrt!

Markus Messemer

nützliche Links

Your Europe (EU-Webseite)  [https://europa.eu/youreurope/citizen…] Informationen von der Europäischen Union zum Umschreiben eines Führerscheins in ein anderes EU-Land.

Markus Messemer

Fragen und Antworten

Welche Dokumente brauche ich für die Umschreibung?
Du brauchst deinen gültigen Führerschein, Personalausweis und Meldebescheinigung. Bei Nicht-EU-Führerscheinen ggf. auch ein ärztliches Attest.

Wie lange dauert die Umschreibung?
Das hängt vom Einzelfall ab, rechne aber mit 2-4 Wochen Bearbeitungszeit, wenn alle Dokumente vollständig sind.

Muss ich für die Umschreibung eine Prüfung ablegen?
Bei EU-Führerscheinen meist nicht, bei Nicht-EU-Führerscheinen sind Theorie- und Praxisprüfung oft Pflicht.

Was kostet die Umschreibung?
Die Gebühren variieren, liegen aber meist zwischen 10.000 und 20.000 Forint (ca. 25-50 Euro).

Markus Messemer

Ungarisch direkt übersetzt

Ha EU-s jogosítványod van, az átírás egyszerű és gyors.
Wenn EU-s Führerschein-dein hast, die Umschreibung einfach und schnell.
Wenn du einen EU-Führerschein hast, ist die Umschreibung einfach und schnell.

Nem EU-s jogosítvány esetén teszteket és orvosi vizsgálatot kell tenned.
Nicht EU-s Führerschein Fall-in Tests (Akk) und ärztliche Untersuchung (Akk) musst machen-du.
Im Falle eines Nicht-EU-Führerscheins musst du Tests und eine ärztliche Untersuchung machen.

A jogosítvány átírásához szükséged lesz személyi igazolványra és lakcímkártyára.
Der Führerschein Umschreibung-zu-seiner benötigen-du wirst Personalausweis-auf und Adresskarte-auf.
Für die Umschreibung des Führerscheins wirst du einen Personalausweis und eine Adresskarte benötigen.

Tudd meg a pontos díjakat és eljárásokat az illetékes hatóságnál.
Erfahre die genauen Gebühren (Akk) und Verfahren (Akk) der zuständigen Behörde-bei.
Erfahre die genauen Gebühren und Verfahren bei der zuständigen Behörde.

Markus Messemer

Übersetzungen und ihre Erläuterung

Anhand der folgenden Beispiele wird deutlich, wie die ungarische Sprache Wörter durch die Kombination von Wortstämmen, Präfixen und Suffixen bildet. Für Lernende kann es hilfreich sein, diese Struktur zu verstehen, um die Bedeutung neuer Wörter leichter zu erschließen und sich die Vokabeln besser einzuprägen.

jogosítvány – Führerschein
„Jogosítvány“ setzt sich aus „jog“ (Recht) und „igazolvány“ (Ausweis) zusammen, wobei das „i“ aus lautlichen Gründen zu „o“ wird. „Igazolvány“ besteht wiederum aus „igazol“ (bestätigen, bescheinigen) und dem Suffix „-vány“, das ein Substantiv bildet. Insgesamt bezeichnet „jogosítvány“ also einen „Ausweis, der ein Recht bescheinigt“ – einen „Führerschein“.

átírás – Umschreibung
„Átírás“ ist eine Ableitung des Verbs „átír“ (bestehend aus „át“ (über) und „irni“ (schreiben)), was wörtlich „umschreiben“ oder „überschreiben“ bedeutet. Das Suffix „-ás“ bildet daraus ein Verbalsubstantiv mit der Bedeutung „das Umschreiben“, was im Deutschen der „Umschreibung“ entspricht.

érvényesség – Gültigkeit
„Érvényesség“ leitet sich vom Adjektiv „érvényes“ (gültig) ab, das wiederum vom Substantiv „érvény“ (Geltung, Wirksamkeit) stammt. Das Suffix „-ség“ bildet daraus ein abstraktes Substantiv, das den Zustand oder die Eigenschaft des Gültigseins bezeichnet – die „Gültigkeit“.

dokumentumok – Dokumente
„Dokumentumok“ ist die Pluralform von „dokumentum“ (Dokument). „Dokumentum“ ist ein Lehnwort aus dem Lateinischen „documentum“ und hat keinen ungarischen Wortstamm. Es bezeichnet „Dokumente“ oder „Urkunden“.

lakcímigazolás – Meldebescheinigung
„Lakcímigazolás“ setzt sich aus „lakcím“ (Wohnsitz, Adresse) und „igazolás“ (Bestätigung) zusammen. „Lakcím“ besteht wiederum aus „lakó“ (Bewohner, von „lakni“ – wohnen) und „cím“ (Adresse). „Igazolás“ ist eine Ableitung des Verbs „igazolni“ (bestätigen). Insgesamt bezeichnet „lakcímigazolás“ eine „Meldebescheinigung“ oder Bestätigung des Wohnsitzes.

vizsga – Prüfung
„Vizsga“ ist ein eigenständiges Wort und lässt sich nicht weiter in bedeutungstragende Bestandteile zerlegen. Es bezeichnet eine „Prüfung“ oder „Überprüfung“. Als Bestandteil findet sich „vizsga“ zum Beispiel in „vizsgabizottság“ (Prüfungskommission) oder „vizsgaeredmény“ (Prüfungsergebnis).

Markus Messemer