Von „Jó reggelt!“ bis „Viszontlátásra!“: Die ungarischen Grußformeln

Damit man, wenn man Leute trifft, nicht direkt negativ auffällt, hier ein paar Anmerkungen zum Thema "Begrüßung"

Um was geht es?

Die Begrüßung auf Ungarisch unterscheidet sich deutlich zwischen formellen und informellen Situationen. Informelle Begrüßungen wie „Szia“ (ˈsiɒ) und „Szevasz“ (ˈsɛvɒʃ) werden unter Freunden und in entspannten Umgebungen verwendet, während formelle Begrüßungen wie „Jó reggelt“ (ˈjoː ˈrɛɡɛlt) und „Jó napot“ (ˈjoː ˈnɒpot) in förmlicheren Kontexten angemessen sind. Die Verabschiedung folgt ähnlichen Mustern, wobei „Viszlát“ (ˈvislaːt) und „Viszontlátásra“ (ˈvisontlaːtaːʃrɒ) gebräuchliche Formen sind. Die Wahl der richtigen Begrüßung oder Verabschiedung hängt von der Tageszeit, der Formalität der Situation und der Beziehung zwischen den Personen ab.

Markus Messemer

Von "Szia" bis "Üdvözlöm"

Die Kunst der Begrüßung und des Abschiednehmens spielt in der ungarischen Kultur eine bedeutende Rolle, wobei die gewählte Formel stark von der Situation, der Beziehung zwischen den Personen und dem Kontext abhängt. Hier ein tieferer Einblick in die Nuancen dieser Traditionen.

Informelle Begrüßungen …

… in Ungarn sind vielfältig und zeigen die lockere Seite der Kommunikation. Die gängigste Formel ist „Szia!“ für Einzelpersonen und „Sziasztok!“ für Gruppen, was dem englischen „Hi!“ oder „Hello!“ entspricht. Diese Begrüßungen sind universell einsetzbar, egal zu welcher Tageszeit. „Szevasz!“ ist eine noch lässigere Variante, vergleichbar mit „Hey!“, die vor allem von jüngeren Leuten genutzt wird. Die direkte Übernahme aus dem Englischen, „Helló!“, findet ebenfalls Verwendung (auch als Verabschiedung), ebenso wie das sehr umgangssprachliche „Cső!“, was dem englischen „Yo!“ ähnelt.

Formelle Begrüßungen …

… unterscheiden sich deutlich und reflektieren den Respekt und die Etikette der ungarischen Kultur. „Jó reggelt!“ wird bis etwa 9 Uhr morgens genutzt und bedeutet „Guten Morgen!“. „Jó napot!“ dient vom späten Vormittag bis zum späten Nachmittag als Begrüßung und steht für „Guten Tag!“, während „Jó estét!“ für „Guten Abend!“ steht und am Abend bis in der Nacht hinein verwendet wird.
Die äußerst formelle Grußformel „Üdvözlöm!“ bedeutet „Ich begrüße Sie!“ und wird in geschäftlichen oder besonders förmlichen Situationen eingesetzt.

Begrüßen mit „ich küsse ihre Hand“ …

Eine besondere und sehr respektvolle Form der Begrüßung, die du vor allem gegenüber älteren Damen verwenden kannst, ist „Csókolom“. Wörtlich übersetzt bedeutet es „Ich küsse [Ihre Hand]“, wird aber im Sinne von „Küss die Hand“ gebraucht. Es ist ein Ausdruck von Ehrerbietung und wird oft in formellen Situationen oder beim ersten Kennenlernen der Familie deines Freundes/deiner Freundin verwendet. Du kannst es alleinstehend oder in Kombination mit dem Namen und einer Anrede nutzen. Hier sind einige Beispiele:

  • Beim Betreten eines Geschäfts kannst du eine ältere Verkäuferin einfach mit „Csókolom!“ begrüßen.
  • Wenn du zum Beispiel die Mutter oder Großmutter eines Freundes begrüßt, kannst du sagen: „Csókolom, Anna néni!“ (Ich küsse Ihre Hand, Tante Anna!).

Diese Begrüßung ist ein wichtiger Teil der ungarischen Kultur und zeugt von guter Erziehung und Respekt vor dem Alter.

Welche Begrüßung nutzt man?

Die Auswahl der Begrüßungsformel hängt von mehreren Faktoren ab und ist ein wichtiger Aspekt der sozialen Interaktion in Ungarn. Dies beinhaltet die Formalität der Situation, die Beziehung zwischen den Personen und den Kontext. Die korrekte Anwendung formeller Pronomen und Konjugationen in angemessenen Einstellungen ist ebenfalls entscheidend.

Informelles Verabschieden

Die Praxis des Verabschiedens spiegelt ähnliche Nuancen wider. Informelle Verabschiedungen wie „Szia!“ oder „Sziasztok!“ (das gleiche wie beim Begrüßen) für den Abschied sind ebenso gebräuchlich wie „Viszlát!“ (die Kurzform von Viszontlátásra) für ein neutraleres „Auf Wiedersehen!“. „Szervusz!“ und „Puszi!“ sind unter Freunden oder in der Familie verbreitet, wobei letzteres oft von einem Wangenkuss begleitet wird.

Formelles Verabschieden

In offiziellem Umgang werden „Viszontlátásra!“ als höfliches „Auf Wiedersehen!“ sowie „További szép napot!“ oder „További szép estét!“ für „Einen schönen weiteren Tag!“ oder „Einen schönen Abend noch!“ genutzt. Die traditionelle Phrase „Isten áldjon!“, was „Gott segne Dich!“ bedeutet, wird eher in ländlichen Gebieten oder von älteren Personen verwendet.

In Briefen und Mails

Neben den universellen Standards findest Du gerade in offiziellen Anschreiben oder Werbung noch weitere Formulierungen. Dieses haben wir einen extra Text gewidmet.

Markus Messemer

Fragen und Antworten

Was ist die gängigste Art, jemanden informell auf Ungarisch zu begrüßen?
Die am häufigsten verwendete informelle Begrüßung ist „Szia!“ für eine Einzelperson und „Sziasztok!“ für eine Gruppe, ähnlich dem englischen „Hi!“ oder „Hello!“.

Gibt es eine spezielle Begrüßung, die nur unter jungen Leuten verwendet wird?
Ja, „Szevasz!“ ist eine lockerere Begrüßungsform, die hauptsächlich von der jüngeren Generation genutzt wird und dem englischen „Hey!“ entspricht.

Wie sagt man „Guten Morgen“ auf Ungarisch?
„Guten Morgen“ übersetzt sich ins Ungarische als „Jó reggelt!“, und diese Begrüßung wird bis etwa 9 Uhr morgens verwendet.

Wie entscheidet man, ob man eine formelle oder informelle Begrüßung/Verabschiedung in Ungarn verwenden sollte?
Die Entscheidung basiert auf der Formalität der Situation, der Beziehung zwischen den Personen und dem Kontext. In formellen oder geschäftlichen Kontexten sollten Sie formelle Begrüßungen und Verabschiedungen verwenden, während in entspannteren und familiäreren Settings informelle Ausdrücke angemessen sind.

Welche Begrüßung sollte ich in einem formellen Geschäftsmeeting verwenden?
In formellen oder geschäftlichen Situationen ist „Üdvözlöm!“ die angemessene Begrüßung, was „Ich begrüße Sie!“ bedeutet.

Markus Messemer

Ungarisch direkt übersetzt

Szia és sziasztok a leggyakoribb köszönések Magyarországon.
Szia und sziasztok die häufigsten Grüße Ungarn-in.
„Szia“ und „sziasztok“ sind die häufigsten Grußformen in Ungarn.

Formális helyzetekben jó napot vagy üdvözlöm használatos.
Formalen Situationen-in guten Tag (Akk) oder grüße-ich gebräuchlich.
In formellen Situationen verwendet man „jó napot“ oder „üdvözlöm“.

A megfelelő köszönés kiválasztása fontos a társas kapcsolatokban.
Die passende Begrüßung Auswahl-seine wichtig die gesellschaftlichen Beziehungen-in.
Die Wahl der passenden Begrüßung ist wichtig für die sozialen Beziehungen.

Informális búcsúzáskor szia, formálisabb esetben viszontlátásra mondható.
Informelles Verabschieden-bei szia, formalerem Fall-in Wiedersehen-auf sagbar.
Zum informellen Abschied kann man „szia“, in förmlicheren Fällen „viszontlátásra“ sagen.

Markus Messemer

Übersetzungen und ihre Erläuterung

Anhand der folgenden Beispiele wird deutlich, wie die ungarische Sprache Wörter durch die Kombination von Wortstämmen, Präfixen und Suffixen bildet. Für Lernende kann es hilfreich sein, diese Struktur zu verstehen, um die Bedeutung neuer Wörter leichter zu erschließen und sich die Vokabeln besser einzuprägen.

köszönöm – Danke
„Köszönöm“ ist die bestimmte Verbform der 1. Person Singular von „köszönni“ (danken). Es besteht aus dem Wortstamm „köszön“ und der Endung „-öm“ für die 1. Person Singular. Insgesamt bedeutet „köszönöm“ wörtlich „ich danke“.

üdvözlöm – Ich begrüße Sie
„Üdvözlöm“ ist ebenfalls eine bestimmte Verbform, die 1. Person Singular von „üdvözölni“ (begrüßen). Der Wortstamm ist „üdvöz“, die Endung „-löm“ markiert die 1. Person Singular. Insgesamt bedeutet „üdvözlöm“ „ich begrüße“.

viszontlátásra – Auf Wiedersehen (formell)
„Viszontlátásra“ setzt sich aus „viszont“ und „látásra“ zusammen. „Viszont“ bedeutet „wieder“ oder „erneut“. Es stammt vom Verb „viszontlátni“ (wiedersehen) ab. „Látásra“ ist eine Ableitung von „látás“ (Sehen) mit dem Suffix „-ra“, das den Zweck oder die Richtung ausdrückt. Wörtlich übersetzt bedeutet „viszontlátásra“ also „bis zum Wiedersehen“.

viszonthalásra – Auf Wiederhören
„Viszonthalásra“ setzt sich aus „viszont“ (wieder, erneut) und „halásra“ zusammen. „Halásra“ ist eine Ableitung von „hallás“ (Hören) mit dem Suffix „-ra“, das den Zweck oder die Richtung ausdrückt. „Hallás“ selbst leitet sich vom Verb „hallani“ (hören) ab. Wörtlich übersetzt also „bis zum Wiederhören“.

jó reggelt – Guten Morgen
„Jó reggelt“ besteht aus „jó“ (gut) und „reggelt“. „Reggelt“ ist die bestimmte Akkusativform des Substantivs „reggel“ (Morgen). Zusammen ergibt sich wörtlich die Bedeutung „guten Morgen“ als Grußformel.

jó napot – Guten Tag
„Jó napot“ setzt sich aus „jó“ (gut) und „napot“ (Tag) zusammen. „Napot“ ist die bestimmte Form des Substantivs „nap“ (Tag) im Akkusativ. Insgesamt bedeutet „jó napot“ „guten Tag“ als Grußformel.

jó estét – Guten Abend
„Jó estét“ besteht aus „jó“ (gut) und „estét“ (Abend). „Estét“ ist die bestimmte Form des Substantivs „este“ (Abend) im Akkusativ. Zusammen ergibt sich die Bedeutung „guten Abend“ als Grußformel.

Markus Messemer